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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-11-18 · Heft 47 (18.11.1844) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 47 (18.11.1844)
Date
1844-11-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VIII. Jahrgang. Ällgemeine No. 4?. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. R-edakteur: Verlag von Hr, Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 18. November 1844. .Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 9« Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Stimmen in der christlichen Kirche. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Mannheim. Oesterreich: Prag, Lemberg. Frankreich: Paris. Holland: aus dem Haag. Rußland: St. Petersburg. Leitender Artikel. Magdeburg, den 12. November. Stimmen in der christlichen Kirche. Unter den Vertheidigern der Emanzipation der Juden sind allerdings nicht wenige christliche Geistliche zu nennen. Gewiß nicht so Viele, wie es von einem Stande, der vorzugsweise auch die Moralität zu pflegen berufen sein sollte, zu erwarten wäre. Auch kommen auf einen christlichen Geistlichen, der für die Juden aufgetreten, zehn, die gegen sie schreiben oder wenigstens lehren. Am wenigsten hat man aber Emanzipationsfreunde innerhalb der Kirche selbst vernommen, und die rationalistische Darmstädter Kirchenzeitung weiß nicht weniger gegen die bürgerliche Gleichstellung, wenn auch feiner, einzuwenden, wie die hyperorthodoxe evangelische aus Berlin. Roch weniger findet man daselbst die Freunde der Juden unter solchen, die selbst einmal dem Judenthume angehörten. Diese besitzen oder affektiren zu besitzen meisthin einen Furor gegen das Judenthum, als wollten sie letzteres mit Haut und Haaren verschlingen. Wir können daher einen Aufsatz nur willkommen heißen, der neben einigem Schiefen viel Wahres, Aufgeklärtes enthält, und unter der Aufschrift „Ueber Judenbekehrung und Judenemanzipation, in besonderer Beziehung auf Preußen, von Dr. M. Löwenstein, Pastor zu Drehna bei Luckau" in dem letzten Hefte! der „Kirchlichen Vierteljahrsschrift" des taufenden Jahres gestanden hat. Wir entnehmen daraus Folgendes. „Unsere Zeit als eine Übergangsperiode in politischer und kirchlicher Beziehung, ist die der Gährung und des Kampfes; Veraltetes tritt mit dem Neuen in Konflikt und alles Bestehende sucht vor dem scharfen Blicke der Kritik auch sein Recht des Bestehens geltend zu machen, daS Unterdrückte wünscht aufzutauchen und so bei dem lebhaften Für und Wider lassen sich gesunde Elemente erwarten. Ein Erbtheil der Geschichte, fast so alt wie sie, ja gewissermaßen ihre Amme, steht das Volk Jsrael's da; einst herrschend, ist es nun fast Jahrtausende hindurch ein Fluch der Völker. Zeit und Fortschritt haben wenig geändert an dem traurigen Geschicke dieser armen Nation, welcher im Ganzen und Großen kaum Menschenrechte gegeben sind, und die Bestrebungen ihrer Freunde stehen vereinzelt da, wie eine Oase in der Wüste, oder! gehen spurlos vorüber. Unsere Zeit beginnt sich wieder! um dies Volk zu kümmern, weniger die Regierungen, als die Einzelnen; es haben sich Parteien für und wider Israel gebildet und der Kampf ist lebhaft. Ob mehr Kämpfer auf Seiten derer stehen, welche das Unrecht gut

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