Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1844)
- Date
- 1844-11-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Jahrgang, Allgemeine No. 4S. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ Redakteur: Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. für alles jüdische Interesse. Vertag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigfter Konzession.) Leipzig, den 4. November 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 224 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Ueber den Gebrauch der hebräischen Sprache beim israelitischen Gottesdienste. (Fortsetzung). Zeitungsnachrichten: Großbritannien: London, London, London, London, London. Preußen: Bonn, Brakel. Deutschland: Hamburg, Frankfurt am Main. Oesterreich: aus Ungarn, Preßburg, St. Nicolau. Moldau und Wallachei: Jassy. Literar. Nachrichten: Dresden, Leipzig sBibelexegese), Magdeburg shebr. Zeitschrift). Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Forlsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, den 27. Oktober. lieber den Gebrauch der hebräischen Sprache beim israelitischen Gottesdienste. (Fortsetzung ) Der hauplsächlichste Einwand gegen den Gebrauch der hebräischen Sprache beim Gottesdienste bleibet immer: die Schwierigkeit des Verstehens, weil ste nicht unsre Muttersprache ist. Dieser Einwand fand zwar zu aller Zeit statt, da niemals alle Juden der hebräischen Sprache genug kundig waren, iudeß will man ihn in der neuern Zeit um so mehr erheben, als weniger hebräisch von den Juden erlernt werde. Ja, indem man die Masse dessen, was jetzt ein Kind, um zum bürgerlichen Leben tauglich zu sein, zu lernen hat, aufzählt, will man gar keine Zeit für das hebräische mehr finden. Beleuchten wir dies etwas näher. Theilen wir die Masse der Menschen in drei Abtheilungen, in diejenige, welche sich mit den Elementarkenntnissen begnügt, in die sogenannte gebildete und in die gelehrte. Für die letztere können wir die Erlernung des Hebräischen gewiß für keine Schwierigkeit erachten, und Niemand sieht wol ab, wie neben dem Griechischen und Lateinischen, neben Mathematik und Physik nicht auch das Hebräische bei dem israelitischen Gelehrten Platz finden soll. Ich kenne genug Aerzte unsres Glaubens, welche tüchtige Hebräer sind, und doch lumina in ihrer Kunst. Bei den Gebildeten, die wenigstens eine neuere Sprache kennen, und dabei auf so vielen anderen Gebieten, Geschichte, Geographie, Mythologie, Literatur, allgemeiner Naturwissenschaft ff. Vertrautheit erworben haben müssen, wird das Hebräische in dem Umfange, der nothwendig wäre, gewiß keine allzugroße Schwierigkeit haben, und erlernen auch diese so Vieles, was nicht unmittelbaren praktischen Nutzen für sie hat, „was sie brauchen," sondern nur weil die bildende Kraft, die in den genann. ten Wissenschaften liegt, auf ihren Geist wirken soll: so soll der austreten, der auch der hebräischen Sprache die bildende Kraft absprechen will, ja gerade bei den sogenannten Gebildeten wird sie ein angemeffnes Gegengewicht gegen die Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit, die in jener Sphäre gewöhnlich ist, abgeben. Aber selbst bei der nieder» Klasse, die bei den Elementen stehen bleibt, wird die Erlernung des Hebräischen, so weit es hier