Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1844)
- Date
- 1844-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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viii. z-chrg-mg, Allgemeine No. 44. Zeitvng des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von L»r>. Ludwig Philippsorr, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mir König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 28. Oktober 1844. 'Duft' Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. 'a.ufaffen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Th!r. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 224 Ngr^ (18 gGr.) für das Vierteljahr aagesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beite Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender' Artikel: Vermischtes. Zeitungsnachrichten: Großbritannien: London, London. Frankreich: Paris, Paris, Paris. Deutschland: Braunschweig, Heidelberg, Lübeck, Frankfurt am Main. Oesterreich: Arad, aus Ungarn, Papa, Körmend, Körmend. Aegypten. Rußland und Polen: Wilna. Norwegen. Literar. Nachrichten: Magdeburg sBeschneidung^. Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, den 20. Oktober. Vermischtes. Bei Gelegenheit der Ausstellung des ^heiligen Rokkes" in Trier macht das Mannheimer Journal folgende richtige Bemerkungen, die wir übrigens in Bezug auf den Spott, der so häufig von christlicher Seite über jüdische Zeremonieen ausgegossen wird, auch unsrerseits der Beachtung empfehlen. Wenigstens spricht sich doch darin aus, daß auch andere Gtaubensparleien für das, was fie Traditionel-Heiliges haben, „Milde und Duldung" in Anspruch zu nehmen haben. „Es ist eben kein schöner Beweis von den Fortschritren in der Bildung unserer Zeit, daß man Handlungen, Ansichten und Gebrauche, welche aus einem religiösen Gefühle entspringen, in einer Weise öffentlich zur Sprache bringt, die, wie so manche andere politische Besprechung, weit davon entfernt ist, Gutes zu wirken, vielmehr nur die Gemüther verletzend aufregt, zu Parteiungen und Spaltungen Veranlassung giedt, statt zu vermitteln und zu versöhnen und die Leidenschaften weckt und Hervorrust, statt diese zu bekämpfen und nüderzudrücken. Es ist leider wahr, daß die Glaubensverschiedenheiten, wie in der Politik, so. auch in der Religion, immer mannigfaltiger und die Spaltungen immer größer zu werden scheinen, indem die individuellen Ansichten und Gefühle, welche je nach der geistigen und sittlichen Bildungsstufe aus sehr verschiedenen Quellen entspringen, auf die eine oder die andere Art sich Geltung zu verschaffen suchen; allein wenn darin einerseits ein erfreuliches Zeichen von dem erwachten Interesse für das Edelste und Beste, was der Mensch besitzt, und von dem Bedürfnisse, dieses unvergänglichr Gut mehr und mehr zu befestigen, erkannt werden muß, so wird andererseits auch der Beweis geliefert, daß gerade die wesentlichsten Grundlagen der Religion, Liebe, Duldung und Milde gleichmäßig wanken und weichen und Gehässigkeit, Spott und Aerger an deren Stelle treten. So lange individuelle Glaubensansichten in die weltliche Ordnung der Dinge, in die bürgerlichen, Familien- oder Privatverhältnisse nicht störend eingreifen, welche Uebergriffe allerdings eine Rüge und Zurechtweisung verdienen, sollte man sie, sofern sie den eigenen Gesinnungen nicht entsprechen, nach den Vor-