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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-10-21 · Heft 43 (21.10.1844) · p. Seite 609

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 43 (21.10.1844)
Date
1844-10-21
Page
Seite 609 (sequence 5)
Language
German
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609 Von diesen zwölf Rubriken können die ersten sechs sehr leicht von Jedermann ausgefüllt werden, dagegen müssen die letzteren namentlich in unregelmäßig verlaufenden Fällen von sachkundigen Beschneidern, oder besser noch von Aerzten selbst beantwortet werden. Jedenfalls stimmen Sie gewiß mit uns Allen in den Wunsch überein, daß dergleichen Listen recht zahlreich in vielen Gemeinden angelegt, sorgfältig geführt und nach Jahresschluß entweder an die Redaktionen der jüd. Zeitschriften, oder direkt an mich hi eh er eingeschickt werden möchten, um durch eine Zusammenstellung einer möglichst umfangreichen statistischen und numerischen Tabelle zur klaren Einsicht über die Gefahrlosigkeit, die beste Operationsweise, die zweckmäßigsten Blutstillungsmittel rc. gelangen zu können"). Dr. Bergson. Coblenz, 8. Oktober. (Eingesandt.) Höflichst ersuche ich Sie, beifolgende Zeilen in die nächste Nummer Ihres geschätzten Blattes gütigst aufnehmen zu wollen. Da in den mir vorliegenden Protokollen der ersten Rabbinerversammlung einzelne abgerissene Sätze aus meinen Reden veröffentlicht sind, die, ganz ohne Zusammenhang, dem Leser gar keine Andeutung über den Inhalt derselben geben, so finde ich mich veranlaßt, Folgendes zu bemerken. S.6L heißt es, ich hätte gesagt: „Die sechs Punkte rufen noch andere Fragen hervor." Dieses ist nun richtig; aber es hätte doch auch das Wörtchen: „Vorerst" nicht vergessen werden dürfen. Herr Dr. Philippson hatte vor mir die hebräische Sprache bei unserem Gottesdienste mit wahrer Meisterschaft in Schutz genommen und Gründe geltend gemacht, die auch mich für die Beibehaltung derselben bestimmen. Ich hatte daher weiter nichts zu thun, als dieses zu bekräftigen. Zugleich aber fühlte ich mich berufen auszusprechen, daß es jetzt zwecklos sei, über die sechs Punkte, die Herr Dr. Maier zu seinem Anträge machte, zu debattiren, da diesem vorerst die Lösung anderer Fragen vorhergehen müsse, welche deren Entscheidung nothwendig bedingen. S. 29, wo von der Entwerfung eines jüdischen Kirchenrechts die Rede ist, habe ich mich aus dem °) Wir sind zur Empfangnahme solcher Beschneidungslisten bereit. Redakt. Grunde der Annahme des Antrags widersetzt, weil das Verhältniß der Synagoge zu den gegen die Juden so verschieden gesinnten deutschen Regierungen der Ausführung desselben die unüberwindlichsten Schwierigkeiten entgegensetzte, und die bei so vieler Arbeit so kurz abgemessene Zeit zu Entwürfen zu verwenden, deren Erfolg so trostlos ist, hielt ich nicht als dem Zwecke der Rabbinerversammlung angemessen. Ben Israel, Prediger. Wien, 25. September. (Privatmitth.) Zur Ehrenrettung eines würdigen Mannes und zur Charakterisirung des Unfugs, den die Pfuscher-Prediger in den kleinen ungarischen Gemeinden anrichten, gestatten Sie folgenden Zeilen die Aufnahme in die Allg. Zeit, des Jud. Es giebt gewisse Korrespondenten, die, wenn sie in ihrer Unwissenheit eine Sache so recht schlagend, pikant geben wollen, dabei aber so gewissenhaft sind, der Wahrheit keinen Eintrag zu thun, den zu behandelnden Gegenstand so nackt und bloß in einer versteckten Zweideutigkeit, aber eben deßhalb in seinem grellsten Lichte darstellen; sich durch einen bloßen Gedankenstrich irgend einer Erörterung der Sache enthalten, und es dem Leser überlassen, sich einen Kommentar zu schnitzen, wie er es selbst will und kann. Daß mit solchen Berichten nichts, gar nichts geschehen ist, wird jeder Verständige einsehen, und wird folgende Thatsache, um deren Aufnahme ich die geschätzte Redaktion bitte, und die ich aus keiner weitern Rücksicht, als aus Liebe zur Wahrheit hier mittheile, beweisen und beurkunden. In No. 35 Ihres geschätzten Blattes wird von Bucs in Ungarn aus erzählt, daß der Rabb. in Schlaiming nur durch schnelle Flucht den rohesten Mißhandlungen einer gegen ihn aufgebrachten Partei entging. „Die Ursache — ein aus Prag heimgekehrter Jüngling wollte eine Predigt halten." — Als ich diese Nachricht gelesen, konnte es mir sehr einleuchtend sein, '.da ich das in Rede stehende Individuum, item Jüngling, aber nein er ist schon Gatte, kannte. Weil ich also dieses Individuum kenne, konnte es mich nicht wundern, daß ein Rabbiner einen solchen Jüngling nicht die Kanzel besteigen lassen kann, wenn sie ihm heilig ist, und wenn er der Pflicht als Hirt seines Gotteshauses Nachkommen will; denn bemeldeter Jüngling ist einer von denen,

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