Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1844)
- Date
- 1844-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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viii. Z-Hrg-Ng. ÄNgemelne No. 43. Zeitung des Zudenthvms. Ein unpartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners «Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzigs (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 21. Oktober 1844. .Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: -nit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr ungesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Ieitungs -Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Ueber den Gebrauch der hebräischen Sprache beim israelitischen Gottesdienste. (Fortsetzung). Zeitungsnachrichten: Deutschland: Luxemburg, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hamburg. Preußen: Berlin, Coblenz. Oesterreich: Wien, Preßburg, Preßburg, Preßburg, Lemberg. Großbritannien: London. Marokko: Paris. Algier: Paris. Literar. Nachrichten: Magdeburg sMendelsohn's sämmtliche Werke), Magdeburg sKleine vermischte Schriften). Belletristisches: Der Hoffnungslose. Leitender Artikel. Magdeburg, den 14. Oktober. lieber bcu Gebrauch der hebräischen Sprache beim israelitischen Gottesdienste. (Fortsetzung aus No. 33.) Wir haben hiermit den wunden Flecken unsres Gottesdienstes in Wahrheit berührt: das Einerlei, die Einförmigkeit in demselben. Der Schluß daraus ist, daß, so lange dieser Punkt noch nicht angemessen gehoben worden ist, die deutsche Sprache auch a priori nicht anwendbar ist in nnserm Gottesdienste, weil sie die Einförmigkeit geradezu um's vielfache vermehren würde. Wir kommen hierauf zurück, um unsere Ansichten über die Verbesserung unsres Gottesdienstes naher darzulegen, und wenden uns nnserm eigentlichen Gegenstände, der hebräischen Sprache beim Gottesdienste, zu. Wenn es wahr ist, daß das Gebet viel mehr Sache der Gefühle, des Gemüthes, als des Verstandes ist: so . ist das Gebet in der hebräischen Sprache an und für sich keine Unwahrheit, wie man behaupten will, und das deutsche noch keine Wahrheit, es mag der Inhalt sein, welcher er wolle. Denn wäre das Gebet Aussprache des Verstandes, so wäre der Inhalt eine Wahrheit, so bald unser Verstand damit überemstimmt: auf dem Gebiete des Gemüthes kömmt es ja aber darauf an, ob die Gefühle wirklich in Anregung kommen, die beim Gebete angeregt werden sollen, sonst ist das Gebet keine Wahrheit. Du kannst aber dem deutschen Gebete eben so gleichgültig, wie dem hebräischen Gebete zuhören, ohne das Geringste zu empfinden, und dann sind beide im Augenblicke keine Wahrheit für Dich. Es ist also hier die Frage: ist die hebräische Sprache durchaus unfähig, die Gefühle der Andacht, der Inbrunst, kurz die beim Gebete erforderlichen Gefühle hervorzubringen? Sehen wir nach, was die hebräische Sprache für uns ist. I) Die hebräische Sprache ist diejenige, in welcher die göttliche Offenbarung an Israel gekommen ist, in welcher die höchsten, erhabensten Wahrheiten für Israel und die ganze Menschheit ausgesprochen sind. Sie hat darum für Israel das Moment der Heiligkeit vor allen Sprachen voraus, und je theurer uns unsre Muttersprache ist, in der wir leben und weben, desto weniger wird die Andacht und die Heilighaltung der hebräischen Sprache für