Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1844)
- Date
- 1844-10-14
- Page
- Seite 604 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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604 der Gemeindeschute vor. Zn der Zwischenzeit jedoch bis zur wirklichen Eröffnung derselben wandert er noch einmal aus, zieht nach Stuttgart ins Kaula'sche Haus, und hier beginnt seine schriftstellerische Thatigkeit mit der ersten Ausgabe der Kleinen Bibel, so wie mit einigen religiösen Vortragen, die er gesammelt herausgab. Nach einigen Jahren war die Schule in Kassel zur Eröffnung reif: Büdinger wird zur Leitung derselben berufen, und schließt den ehelichen Bund, der ihn bis ans Ende seines Lebens beglückte. Mit unermüdeter Thatigkeit arbeitete er in feinem Berufe, und verband bald noch ein Lehrerseminarium mit der Anstalt, predigte häufig an Sonnabenden und Festtagen, und versah eine Reihe von Jahren auch die rabbinischen Funktionen. Die letzten Jahre umdüsterte die Heiterkeit seines Geistes mannichfacher Kummer: das vielfache Drangen zu christlichen Schulen beengte seinen Wirkungskreis, die Anstellung eines Rabbiners scheint eine unbehagliche Rückwirkung auf seine eigene Stellung geäußert zu haben (wicwol dieß nur mit großer Zurückhaltung angedeutet ist), Kränklichkeit macht ihn reizbar und empfindlich, und nur im engsten häuslichen Kreise fand er sein volles Glück. Noch in voller Manneskraft trifft ihn der Tod, doch nicht ungern scheidet er von hinnen, wie sich das in den rührenden Strophen: „Ach wie müde, ach wie müde Hast du, Welt, mein Herz gemacht" (p. 179) ausspricht. Aus diesem einfachen Stoffe hat der Verfasser ein Buch gemacht, reich an Lebensweisheit und Erfahrung, und wir können nicht umhin, einige Punkte herauszuheben, weil nicht Jeder sie an diesem Orte suchen würde. Die Lehre von der göttlichen Offenbarung wird auf eine sehr beachtenswerthe Weise von einer neuen Seite dargestellt, (p. 37—54, vergt. die Einleitung); als Episoden finden sich Erörterungen über die Stellung der Frauen in Israel (p. 23), über Kriminaljustiz und Inquisition (p. 57), Proselvtenmacherei (p. 70), verfehlten Berus (p. 74), Spielsucht (p. 99), Schachspiel (p. 101), Gebet (p. 125) u. m. a. Wir können daher die Lektüre dieses Buches auch denen empfehlen, denen der Titel einen zu geringfügigen Inhalt zu versprechen scheint, und sprechen zum Schluß dem Verfasser unseren wärmsten Dank aus für diese neue Gabe seines Geistes. vr. Jsler. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Is^Ngr. (1 g<5$r.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Im Verlage von F. E. CT. Leu Kart in Breslau erscheint: Lehr- und Lesebuch zur Sprache der Mischuah. Von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner zu Breslau. Preis nur 1 Zhlr. Erste Abtheilung das Lehrbuch enthaltend wird in diesen Tagen die Presse verlassen, das damit verbundene Lesebuch erscheint noch im Laufe dieses Jahres. Wir glauben das Publikum auf dieses gediegne Werk um so mehr schon jetzt aufmerksam machen zu dürfen, da es zuerst einen wichtigen Gegenstand behandelt und demnach für den Theologen wie für den Orientalisten eine sehr fühlbare Lücke auf eine Weise aussüllt, wie es von dem zur Genüge bekannten Herrn Verfasser zu erwarten ist. — Anzeige. Ein mit den nöthigen Kenntnissen versehener, unverheiratheter Mann, durch rtinn rinn bec angesehensten Rabbinen empfohlen, in Synagogalvortragm geübt und der in Preußen die Lehrerprüfung überstanden hat, sucht eine diesen Eigenschaften entsprechende Stelle. Hierauf Restektirenden ertheilen gütigst nähere Auskunft die Herren Gebrüder Scheck in Posen. Anzeige. */Jn einer Residenzstadt Norddeutschlands wird ein Lehrling in einer Manufaktur- und Modewaaren-Handlung, gegen ein angemessenes Lehrgeld, gesucht. Reflektirende wollen sich unter den Chiffern M. L. an die Expedition dieser Zeitung, in portofreien Briefen, wenden. Druck von I. B. Hirfchfeld