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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-09-16 · Heft 38 (16.9.1844) · p. Seite 539

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 38 (16.9.1844)
Date
1844-09-16
Page
Seite 539 (sequence 11)
Language
German
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539 bewogen hat; das Protektorat anzunehmen. Ich wünsche, daß, nachdem Sie über diese Umstände reiflich nachgedacht, und sie. ohne Vvrurtheil geprüft haben, Sie Sich überzeugen mögen, daß nicht aus Mangel an Interesse, welches ich Ihnen bei jeder Gelegenheit mit Vergnügen erwiesen Halle, sondern durch die Rücksichten, die ich den bestehenden Slatulen des Ordens schuldig bin, ich mich aller Mitwirkung und allen Einflusses enthalten muß, daß Sie Ihre Absicht leichter erreichen, so lobens- und achtrnswerlh diese auch sei. Berlin, 26. April 1843. Prinz von Preußen." Zum Tröste erhielt der vr. Behrend ganz aus freien Stücken folgendes Schreiben vom General Grafen von Fering, Vizepräsidenten aller französischen Logen, einem in der Freimaurerwelt höchst geachteten Greise. „Theuerster Bruder! Eine Broschüre, zu Nancy erschienen, belehrt mich über die Stellung, die den Freimaurern jüdischen Glaubens in den preußischen Logen gegeben werden. Auf einer Reise nach Frankfurt am Main hatte ich das Glück, die unveränderlichen Grundsätze der großen Verbrüderung vorherrschend zu machen; aber das Schreiben des Prinzen, Protektors der preuß. Logen, har die Erfolge, die ich erlangt habe, neutralisirt. Als Mitglied des Obersten Rathes, Vizepräsident und alter Maurer halte ich es für meine Pflicht, Ihnen anzuzcigen, daß in ganz Frankreich man den, der sich vorstellt, nur nach seinem Leben, nicht nach seinem Glauben fragt. Der französische Maurer vom alten Ritus nimmt an, daß die Kastenunterschiede gelten lassen, gänzlich die Ursachen, um derentwillen die Maurerei gestiftet worden, verkennen heißt. Unser Gott hat keinen besonder» Namen: es ist der große Baumeister des Universums,' der ewige Arbeiter der rechteckigen Arbeit, der liebt und beschützt alle freien und guten Menschen. Die religiösen Vorurtheile des Mittelalters bewahren, heißt das Gesetz des Fortschrittes leugnen; vorgeben, daß die Freimaurerei von der christlichen Aera sich herleite, das heißt die feierliche Ueberlieferung der königlichen Kunst verkennen; das bestän- I dige Bild des Tempels Salomonis, selbst die Bezeichnung unsers göttlichen Meisters in den Logen, beweisen sie nicht, mit so vielen anderen Gebräuchen, daß wir früher waren als die Stiftung der christlichen Religion? Die Freimaurerei ist eine Religion, in dem Sinne, daß sie die Menschen verbindet und aneinander knüpft; sie weiht sie der allgemeinen Verbrüderung, sie strebt die große menschliche Vereinigung wiederherzustellen; sie schließt nur die schwachen und verderbten aus; dennoch versucht sie unaufhörlich, diese wieder zu erheben und zu moralisiren. Diese sind, -theuerster Bruder, die Prinzipien, die uns gemeinsam sind, welche der Oberste Rath Frankreichs stets vertheidigt hat, und für die ich Ihnen freiwillig Zeugniß gebe, um der Gerechtigkeit und Wahrheit zu huldigen. Nehmen Sie, theuerster Bruder, den Ausdruck meiner Hochachtung entgegen. Der Vize-Groß-Kommandant des alten Ritus, Graf von Fernig." —. In der Vereinigung vom 23. August 1844 hat die Loge du Mont-Siuai ein Dankschreiben an den General Grasen von Fernig, und eine Adresse an den Dr. Behrend zu Berlin, um ihn in seinen Bemühungen zu ermuthigen, votirt. —.Munk ist so eben zum Sekretär des Zentralkonsistoriums ernannt worden. Großbritannien. London, 1. September. Die V. ok Jac. zeigt an, ,daß den 31. Juli das Konnte zur Erwählung eines Oberrabbinen von dreizehn Kandidaten, die ihre Zeugnisse eingesandt, vier zur Wahl befähigt gefunden, nämlich Oberrahbiner Adler in Hannover, Oberrabbiner Auerbach in Darmstadt, Oberrabbiner s??) Hirschfeld in Wollstein, Oberrabbiner Hirsch in Emden. Am 13. Oktober soll die definitive Wahl statt finden. Das Komite hat einen Bericht an die Wähler drucken lassen. Wir haben dasselbe noch nicht gesehen, ses soll aber höchst poffirlich abgesaßt sein, wie uns ein Korrespondent schreibtj. Die Synagogen in London haben 103 Stimmen, die Provinzialsynagogen zusammen 37 Stimmen, indem jede Synagoge ihr Votum aus

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