Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1844)
- Date
- 1844-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 36. VIII. Iahrga»g. Allgemeine Zeitvag -es Zudenthums. Ein unpartherisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 2. September 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 i Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohttvbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, Heidelberg, Braunschrveig. Preußen: Trier, Berlin, Marienwerder, Iserlohn. Oesterreich: St.Nicolau. Großbritannien: London. Literar. Nachrichten: Magdeburg (Schulbücher^, Magdeburg (Kleine vermischte Schriften). Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hamburg, 21. August. (Privatmitth.) Am 5. September c. wird nun bestimmt das prächtige neue Tempelgebaude mit großer Feierlichkeit eingeweiht werden. Man hofft, daß der Einweihung auch einige auswärtige jüdische Geistliche beiwohnen werden. So haben denn alle Versuche, den Temj pel zu unterdrücken, oder ihm hemmend in den Weg! zu treten, nur dahin geführt, ihn immer mehr zu! verherrlichen. Die Kosten des Baues und der Aus- > schmückung belaufen sich auf fast 200,000 Mark. j > Heidelberg, im Juli. (Privatmitth.) Ich 1 könnte Ihnen eine ganze chrouique scandaleuse über j die hiesigen jüdischen Gemeindezustande, d. h. über! die Wirksamkeit des Herrn Bezirksrabbiners Fürst j raittheilen; allein um später wol zu erwartender,! amtlicher Mittheilung von Seiten des Synagogen- I raths nicht vorzugreifen, bringt ich einstweilen nur! Folgendes zur Kenntniß des Publikums. Durch die unsäglichsten Bemühungen war es un-! serm unvergeßlichen Rchfuß unter Mithüife des! Staats,ninisters von Rüdt gelungen, aus der fast j gänzlich verfallenen Talmudtora-Stiftung eine wvhl-! organisirte, treffliche Religions- und Elementarschule zu schaffen, deren herrliche Früchte noch jetzt zu er- , kennen sind, von der Herr Rabbiner Fürst aber srü-! her wenig oder gar keine Notiz nahm. Gleich nach! des seligen Rehfuß Tode indeß hat derselbe um eines! äußern Bortheils willen das schöne Werk wieder zu zerstören gesucht und durch allerlei Mittel es dahin gebracht, daß jetzt ein Beschluß erfolgte, die Schule solle aufgehoben und wieder in ein Beth Hamidrasch verwandelt werden; die jüdischen Kinder sollen in die bestehenden christlichen Schulen gehen; der Religionsunterricht möge durch einen von der Gemeinde eigends zu besoldenden Lehrer ertheilt werden; Herr Fürst solle 150 Gulden jährlich nebst freier Wohnung im Schulgebäude erhalten, wogegen er sich angeblich im Sinne des Fundators anheischig machte, den hier studierenden jüdischen Theologen höhern Unterricht zu ertheileu und für ihre weitere rabbinische Ausbildung zu sorgen. Das übrige Kapital vom Talmudtora-Fond solle an die einzelnen Juden der alten Pfalz, von denen jeder nur eine Kleinigkeit empfangen wird, vertheilt, d. h. es solle unnütz zersplittert werden. Zch will dazu keine Erläuterungen geben,