Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1844)
- Date
- 1844-08-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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VIII. Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung des Iudciithums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Vertag von ör. Ludwig Philippion, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigfter Konzession.) Leipzig, den 26. August 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart irrkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; - 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22z Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitunqserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt.! z Leitende Artikel: Die Fortbildung des Judentums und die erste Nabbiaerversammlung.— Jeh. Gottfr. v. Herder. ZeitungSnachrichren: Preußen: Berlin, Krefeld, Köj nigöberg. Oesterreich: Papa, Bacs, Körmend, I Preßburg, Eperies. Rußland und Polen: Warschau. Italien: Frankfurt. Nordamerika: Philadelphia. Lrterar. Nachrichten: Halberstadt, Magdeburg sHomiletit], Magdeburg sHomilctikj. Leitende Artikel. Magdeburg, den 20. August. Die Fortbildung des Jndenthnms und die erste Rabbinerversaminluug. Der Herr Bezirksrabbiner Löwenstein zu Gailingen hat uns eine Entgegnung auf den Artikel in No.30 eingesandt. Wir gestehen offen, wir halten nicht dafür, daß diese Entgegnung etwas Bedeutendes enthält. Sie ist erstens heftig, und das ist keine große Tugend, zweitens enthält sie Wortklauberei, drittens allgemeine Sätze, die nicht richtig sind. Von der andern Seite ist sie aber aus reinem, gutem Willen gestossen, und es würde aus der Nichtmittheilung so leicht der Vorwurf, daß wir Entgegnungen unterdrückten, gemacht werden: daß wir sie dem Publikum nicht vorenthalten wollen. Wir müssen sie aber hie und da mit Anmerkungen begleiten, und einige Bemerkungen vorausschicken.! Der Herr Rabb. L. -zeigt sich mit unsrer Definition! einverstanden, will aber nur von einer Fortbildung im Judenthume wissen, nicht aber von einer Fortbildung des > Judenthums. Von vorn herein können wir dies nur als eine Wortklauberei ansehen, denn „im" oder „des" ist einerlei, weil alle Fortbildung des Judenthums auch im Judenthume statt findet — man halte unsere Definition fest — denn außerhalb des Judenthums (das ist der Gegensatz von „im") beträfe sie das Judenthum nicht mehr. Sobald die Fortbildung das Judenthum außerhalb seiner brächte, wäre sie keine Fortbildung mehr, sondern eine Negation, eine Vernichtung des Judenthums. Das haben wir ja in No. 30 oft genug wiederholt. Ebenso ist alle Fortbildung im Judenthume auch eine Fortbildung des Judenthums, denn es kann in einem, innerhalb eines Organismus Nichts Vorgehen, was nicht denselben beträfe, sei die Veränderung groß oder klein, beträfe sie ein äußeres oder inneres Organ. Weil nun Herrn Rabb. L. hier eine falsche Distinktion entwischt ist, ist auch der Grund, den er angiebt, nur falsch. Er sagt: „denn Judenthum ist gleichbedeutend mit Offenbarungslehre, und kann daher nicht umgestaltet, vielweniger fortgebildet, vervollkommnet werden." Das ist grundfalsch. Das Judenthum enthält die Offenbarungslehre, aber ist nun und nimmermehr gleichbedeutend mit dieser. Will Herr Rabb. L. behaupten, daß Alles, was zum bestehenden Judenthum gehört, daß alle Therle des Judenthums Offenbarung Gottes sind? Ist unser Gottesdienst, und das ist doch ein wesentlicher