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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-19 · Heft 34 (19.8.1844) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 34 (19.8.1844)
Date
1844-08-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VIIS. Jahrgang. Allgemeine No. A4. Zeitung -cs Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von L»r. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 19. August 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich ei.nmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit Z Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: vr. Gabriel Rießer. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aachen, Meiningen. Preußen: Magdeburg, Breslau, Schlesien, Krotoschin, Bleicherode. Rußland und Polen: Warschau. Großbritannien: London. Frankreich: Paris, Paris. Italien: Rom, Genua. Türkei: Smyrna. Marokko: Paris, Paris. Korrespondenz: Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, den 12. August. Dr. Gabriel Rießer. Der zweite Band der „konstitutionellen Jahrbücher" Jahrgang 1844 bringt so eben den „dritten Artikel von vr. Rießer's Judenfrage, gegen Bruno Bauer." In demselben treten wir den Ansichten Rießer's auf dem religiösen Gebiete näher. Indem wir daher den polemischen Kram gegen B. B., dessen wir nun genug gehabt, fahren lassen, machen wir uns mit Rießer allein zu thun. R. repräsentirt eine nicht unbedeutend verbreitete religiöse Meinung, die freilich nicht bei Vielen zu klarem Bewußtsein gekommen, R. spricht sie dabei mit so bestimmter, wohlthuender Färbung aus, es weht ein Geist der Liebe und Duldung bei ihm darin, daß es unmöglich ist, mit Stillschweigen vorüberzugehen, und etwa weil R. kein Theologe ist, und nicht'gelehrte Zitate häuft, die Achsel zu zucken und dahinzuschreiteu. Gerade weil R. kein Theologe ist, und aus dem Boden der profanen Wissenschaft erwuchs, auf welchem er mit so Vielen steht, und weil R. sich nicht zum Reformator und Systemmacher im Judenthume aufwirft, wie in der neuesten Zeit wehre, die einen ähnlichen Bildungsgang einhalten, können wir uns insbesondre mit ihm beschäftigen. Denn darum steht er ja unmittelbar in der Masse, hat sich aus derselben nicht gesondert, und spricht damit mitten aus ihr heraus. Will er erst selbst an der Masse herumlaboriren, sie zum Gegenstände seiner Thätigkeit machen, dann erst steht er singulär da. Werfen wir einen prüfenden Blick auf die vorliegende Abhandlung. In dem ersten Artikel, wo R. die orthodoxe, die kritische und die humane Ansicht — die ihm darin besteht, daß die Thatsachen der Kritik preisgegeben, das sittliche Bewußtsein aber, das sich iu diesen Thatsachen abspiegelt oder sie erzeugt hat, rettet— neben einander gruppirt, spricht er seine Ansicht über die Aufgabe in der Menschheit folgendermaßen aus: „Jede Einseitigkeit, jeder Dünkel des Befferseins, jedes angemaßte Privilegium im Besitze der Wahrheit, jede Bevorzugung, die sich ein besonderes Dasein beilegt, auf Kosten der Menschheit, soll durch das Schwert der Kritik überwunden, es soll alles Besondere, alles Beschränkte, alles Unvollkommne als ein solches erkannt, und auf den Werth, der ihm als solchem zukommen mag, zurückgeführt werden. Aber in dieser bescheidenen Gestalt, jedes Anspruchs auf ausschließliche Geltung entkleidet, soll es auch wieder Liebe und Versöhnung finden; mit der zerstörten oder freiwillig auf-

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