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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-08-12 · Heft 33 (12.8.1844) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 33 (12.8.1844)
Date
1844-08-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 33« VIII. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von irr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ju Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 12. August 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Ueber den Gebrauch der hebräMen Sprache beim israelitischen Gottesdienste. Zeitungsnachrichten: Deutschland: von der Ruhr, aus Mittelfranken, Aschaffenburg, Randegg, Frankfurt am Main. Preußen: Berlin,, aus Schlesien, Königsberg, Magdeburg, Berlin, Magdeburg. Oesterreich: Preßburg (Schluß), Wien, Pesth. Algerien: Paris. Amerika: Philadelphia. Leitender Artikel. Magdeburgs den 6. August. Ueber den Gebrauch der hebräischen Sprache beim israelitischen Gottesdienste. Es giebt jetzt viele Reformer, die, sobald sie nur eine Talmudstelle, welche eine vorgeschlagene Reform vertheidigt oder zu vertheidigen scheint, aufbringen, also eine talmudische Autorität für sie anführen können, mit der Sache alsbald fertig.sind. Sie nennen dies, auf orthodoxem Standpunkte reformiren. Es ist in der neuesten Zeit oft genug ausgesprochen worden, daß dies nicht im talmudischen Geiste sei, denn der Talmud ist seinem Wesen nach die Reform seiner Zeit, und wollte er auch, wie wir es früher schon einmal ausgesprochen, erhalten, was er nur konnte trotz der veränderten Zeit, so lag doch auch darin der Geist einer Reform. Die oben bezeichneten Reformer sind also immer noch Knechte des Buchstaben, und wollten sie damit auch nur die beabsichtigte Reform selbst dem Orthodoxen abzrvingen. Wir können aber bei dem Drängen der Zeit bei dem Buchstaben des Talmuds nicht stehen bleiben, sondern müssen darüber hinausgehen. Ebenso aber giebt es Dinge, bei denen wir hinter dem Buchstaben des Talmuds bleiben, also erhalten müssen, was nach dem Buchstaben des Talmuds selbst verändert werden könnte, sobald ein höheres Bedürfniß, das jetzt vorwaltet, befriedigt sein will. Diese Betrachtung findet namentlich ihre Anwendung bei der Gebet spräche. Diese kann nach dem ersten Paragraphen des siebenten Abschnitts von Sota, mit den im zweiten Paragraph angegebenen Ausnahmen jede Sprache sein, und so glaubt der, welcher die hebräische Sprache aus dem israelitischen Gottesdienste verbannen will, mit der Hinweisung auf die zitirte Stelle genug gethan zu haben. Gut, ffr habt Ihr hier, wo Ihr also im Schatten fechtet, Gelegenheit, Eure Besonnenheit zu zeigen, und daß es nicht bloß eine kindische Lust ist einzureißen und durch seine Freisinnigkeit sich einen großen Namen zu erwerben. Auf der ersten Rabbinerversammlung kam auch die hebräische Sprache als Gebetsprache zur Debatte; zwar galt es nicht, einen Beschluß zu fassen, sondern nur eine Kommission zu ernennen, welche die Frage untersuche: aber ein Jeder der Anwesenden sprach doch seine Ansicht darüber ans. Die Mehrheit sprach sich gegen die hebräische Sprache als Gebetsprache aus, und das, wir gestehen es, konnten wir nicht begreifen. Die Leichtigkeit und Bestimmtheit, mit der die hebräische Sprache aus

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