Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1844)
- Date
- 1844-07-22
- Page
- Seite 427 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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427 man zu sagen pflegt, an der Pfanne kleben. Sind sie Kaufleute, so heißt es, sie befördern die Industrie nicht; sind sie Fabrikanten, so heißt es, sie reißen das Gewerbe an sich. Sind sie Papierhändler, so entwerthen sie den Güterbesitz; wenden sie ihre Kapitalien den Ländereien zu, so kommt der Besitz des Bodens in ihre Hände. So geht es durch alle Branchen durch. Erst verschließt man sie ihnen, und macht es ihnen dennoch zum Vorwurf, daß sie nichts weiter treiben, als was — ihnen erlaubt ist. Dann öffnet man ihnen dies und jenes, und beschimpft sie, weil sie cs mit Freuden ergreifen! — Ueberhaupt aber thun uns die Paar Reiche, die es unter den Juden giebt, sehr vielen Schaden. Der Neid, den sie erregen, fällt in großen Staub- . wölken auf die ganze Masse der Juden zurück. Im Gegentheil wie wenig nützen sie uns! Denn wie giebt es gerade unter den Reichen vcrhältnißmäßig Wenige, die dem Judenthum ein wesentliches Opfer bringen. Würden sie dem armen Judcnlhum mit Kraft aufzuhelsen suchen: dann würde man sich auch wol etwas auf ihre Rechnung gefallen lassen. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen i V^Ngr. (IgGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile it. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Anzeige. Vom 1.Oktober d. I. an, nehme ich Knaben in Pension die sich dem Kaufmanns-Stande widmen wollen. Dieselben können sich bei mir im kaufmännischen Rechnen, Buchführen und in der Korrespondenz so ausbilden, daß sie gut vorbereitet gleich beim Antritt ihrer Lehrzeit mit der Feder beschäftigt werden können, und nicht zu viel Zeit mit den Lehrjahren zu verbringen genöthigt sind. Auch haben solche junge Leute hier Gelegenheit sich entweder unter meiner Aufsicht bei tüchtigen Lehrern oder in guten Schulen fremden Sprachen zu widmen und sich in andern Wiffenschasten sowot als im Hebräischen gehörig auszubilden. Ich führe zu dem Ende an: die israelitische Schule, das Gymnasium, die Realschule, das Schullehrer-Seminar und das Ktausms. Ich nehme auch junge Leute in Pension, die sich andern Fächern widmen wollen. Von meinen Fähigkeiten kann sich das betreffende Publikum durch die von mir verfaßten kaufmännischen Werke überzeuzen und über meinen religiösen und moralischen Ruf bei Jedem hier Erkundigungen einziehen. Halberstadt, Juli 1844. Hirsch Joseph, Lehrer an der israelitischen Gemeindeschule hierstlbst. An israelitische Eltern. In meine Pensions-Anstalt können einige Zöglinge, welche die hiesige israelitische Realschule besuchen sollen, ausgenommen werden. Dieselben erhalten in unserer Schute Unterricht in Religion, in der deutschen, französischen und englischen Sprache, in den kaufmännischen Wissenschaften, in der Mathematik u. s w. Außer der Schulzeit stehen meine Zöglinge unmittelbar unter meiner Leitung, und erhalten Nachhülfe in allen Unterrichtsgegenständen. Ihre Erholungsstunden werden durch Spaziergänge und sonstige körperliche Uebung auf eine zweckmäßige Weise ausgefüllt. — Diejenigen, die sich dem Studium widmen sollen, werden durch Unterricht in der lateinischen und griechischen Sprache und in den übrigen Gymnasialfächern zum Besuche des Gymnasiums oder der Universität vorbereitet. — Für Kost und Logis, so wie für liebevolle Pflege ist aufs Beste gesorgt. Br. Hermann Zirndorfer, Lehrer an der israelitischen Real - und Volksschule in Frankfurt am Main. (Recheneistraße, Lit. A. No. L1X.) Anzeige. Die Gemeinden werden vor einem Betrüger gewarnt, der sich H. Jelenkewicz nennt, sich für einen Dessauer Rabbiner ausgiebt, und auch so schreibt, seinen geheimgehaltenen Papieren nach aber — ein vagabondirmder Färbergeselle ist, damit sie nicht in Gefahr gerathen, sich mit dem Anhören seiner erbaulichen Vorträge vor aller Welt lächerlich zu machen. Clötze in der Altmark, den 12. Juli 1844. Pli.