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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-07-15 · Heft 29 (15.7.1844) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 29 (15.7.1844)
Date
1844-07-15
Page
Seite 414 (sequence 14)
Language
German
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414 Da diese Anstalt, wie wir sehen, keine spezielle Richtung einschlägt, so kann sie eine Vorbereitungsschule für jeden künftigen'Beruf eines Jünglings abgeben, und so erfreuete sie sich auch in der That seit ihrer Entstehung, schon oft die Früchte ihrer Bemühungen Ln verschiedenen Fachern der Kunst und der Wissenschaft später reifen zu sehen, ja des schönen Bewußtseins zu genießen, bei mancher wissenschaftlichen Aelebritat die erste Basis ihrer künftigen geistigen Entwickelung gelegt zu haben. (Um nur Eines zu erwähnen, so ist der treffliche Stern, gegenwärtig Direktor der israelitischen Schule zu Odessa ein Eleve der tarnopoler Schule). — Was aber den ursprünglichen Plan dieser Anstalt und besonders den Geist der Begründer besonders auszerchnet, ist, daß in ihr die spatere Wahl für industrielle und technische Facher besonders berücksichtiget ist. Perl war einer von denjenigen, die es wohl erkannten, daß eine der Hauptquellen der Armuth der Israeliten in Galizien so wie zum großen Theit die Schiefheit ihrer Lebensansichten darin zu suchen ist, daß sie von realer Industrie nichts wissen wollen und den Handwerksstand verächtlich finden. Er wendete daher .sein lebelang alle seine Kräfte daran, durch Wort, Schrift und That, ja selbst durch gegebenes Beispiel bei seinen eignen Familiengliedern, jene unvernünftige und schädliche Aversion gegen den Handwerksstand zu bekämpfen, und fo sind gar manche arme, verlassene Waisen aus der tarnopoler Schule in eine Handwerksstube und nach Jahren, aus dieser, als Meister in ein ehrbares und sorgenfreies Leben getreten. Von den tarnopoler Eleven sind km Gebiete der Industrie und Technik später approbirte Architekten, Uhrmacher, Juweliere, Tischler, Schlosser (ein sonst von den Juden in Galizien selten geübtes Handwerk), Klempner rc. geworden, und so erfreuet sich wirklich Tarnopol eines sehr vornehmen jüdischen Handwerksstandes. Wir werden übrigens spater auf die Bedeutsamkeit der Hebung dieses Standes unter den Juden in Galizien noch ausführlicher zurückkommen. — (Fortsetz ung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gehaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Berlagshandlung. Anzeige. Ein israelitischer Knabe, welcher geneigt ist als Herren-Kleidermacher zu lernen, kann sogleich ein Unterkommen finden bei I. Goldschmibt in Nordhausen. Anzeige. Cy* Den geschäftlich sich dafür Jnteressirenden komme ich hierdurch mit der Anzeige entgegen, daß ich auch in diesem Jahre direkt aus Italien mehrere Sendungen Corfieaner - Paradiesäpfel in Kisten a 25 Stück, so wie grüner und trockener Palmen, sämmtliches von bekannter schöner Qualitv, erhalte. Die Preise werde ich wie zeither auf das allerbiltigste stellen, und bitte demnächst, die gefälligen Aufträge so früh als möglich an mich ergehen zu lassen. Lissa, im Großherzogthum Posen, im Juli 1844. A L. Moll. Neuestes und wohlfeilstes ifraelitifches Gebetbuch. Bei *y. E. C. Leuckavt in Breslau ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes zu haben: „Gott sieht in's Herz." 22^ * Gebet - und Andachtsbuch für fromme Israelitinnen, sowohl Frauen als Mädchen, zur öffentlichen und häuslichen Andacht an Wochen-, Sabbat-, Fest- und Fast-Tagen, wie auch für alle Verhältnisse des Lebens, bearbeitet von I. H. Jacobson, Verfasser des Abtalion rc. 300 Seiten in 8. Elegante Ausgabe auf Velinpapier. Geh. Preis wegen Konkurrenz nur 15 Sgr., bei 6 — I Frei-Exemplar. Der außerordentlich starke Absatz von diesem vortreffliche» Gebetbuch machte es dem Verleger zur Pflicht, den möglichst billigsten Preis zu stellen.

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