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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-07-15 · Heft 29 (15.7.1844) · p. Seite 410

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 29 (15.7.1844)
Date
1844-07-15
Page
Seite 410 (sequence 10)
Language
German
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410 ter hat endlich auch die Einleitung zu den fünf Büchern Moses erscheinen lassen, und damit seinen bisherigen Leistungen im Gebiete der biblischen Exegese und Hermeneutik die Krone aufgesetzt. Diese Einleitung enthält einen reichen Schatz der nothwendigsten Aufschlüsse über Form, Inhalt und Geschichte des Pentateuchs, und dürste sich bald als ein unentbehrliches Werk für jüdische Theologen erweisen. Sehr interessant ist insbesondere auch die Nachweisung der verschiedenen Namen der Bücher Moses und ich erlaube mir hiermit, noch eine Bemerkung dazu zu liefern. Wegen der Eintheilung in fünf Bücher wird die Lehre Mosis u. a. auch mm "Mm genannt, im Munde des Volkes aber ui 73 m. Dieser letztere Ausdruck nun scheint mir einer Erklärung werth, wozu wir aber einige andere Bildungen der hebräischen Zahlwörter zu betrachten haben, um das Richtige zu finden. — heißt ein Quadrat (2 B. M. 27, 1. II Könige 7, 5); heißt ein Zeitraum von sieben Tagen oder Jahren (5 B. M. 16, 9. Daniel 9, 27). Es scheint demnach, daß die Paul-Form der Zahlwörter je ein Ganzes bezeichnet, das aus je einer bestimmten Summe einzelner Theite zusammengesetzt ist; und wenn wir daher den volksthümlichen Ausdruck d*:m (welche Form in keinem Zahlworts vockömmt) in umandern, so ist dieser Name nicht nur einfacher und dem griechischen „Pentateuchs entsprechender, als mm ■’US/jn sr£7:n, sondern auch für den dogmatischen Begriff von der Integrität des Pentateuchs, höchst wichtig, indem er, nach der Analogie von und ein aus fünf zusammengehörenden unzertrennlichen Theilen bestehendes Ganzes bezeichnet, dessen Name schon gebietet: „du sollst nichts hinzuthun und nichts davon thun." — L. Schott, Rabbiner. Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau uyd Wallachei. (Fortsetzung aus No. 22.) Im Hospitalshofe, in der Nahe der sehr hübsch und zweckmäßig eingerichteten Todtenkammer zeigte mir mein Freund einen Wagenscheppen.mit den Worten des Propheten „Siehe die Thorhert der Kinder Israels;" denn, fügte er hinzu, auch hier in diesem abgelegenen Orte finden Sie einen traurigen Beweis unserer ohnmächtigen, ja ich möchte sagen, zweckwidrigen Aufklärung. Nun führte er mich in den . Wagenschoppen hinein und zeigte mir einen prächtig ecbaueten Todtenwagen von geziemender Fassung und Form und mit sehr passenden Inschriften versehen. — Was glauben Sie, sagte er, hat dieser Wagen gekostet? — ein recht artiges Sümmchen und er war eine dringende Nothwendigkeit. Denn welcher Besserfühlende konnte auch jenes schmähliche Wegschleppen der Todten auf zwei Stangen mit einem dazwischen liegenden Brette, wie man es in gebildeten Ländern nur etwa bei Selbstmördern oder Hingerichteten beobachtet, noch langer ertragen? Schon der Anblick empört ja! Ist er zwar dem Todten gleichgültig auf welchem Fuhrwerk er zu Grabe getragen wird, so ist dieß doch für die Ueberlebmden keineswegs. Der Tod kann sich immerhin in seinem furchtbaren Gewände zeigen, in einem schmählichen, ekelhaften hingegen — nie; denn dadurch wird das Leben selbst erniedriget, das Göttliche, Unsterbliche im Menschen beleidiget und somit jener moralische Aufschwung, jenes Einkehren in sich selbst, ja man kann sagen, jener erhabene Heroismus, den eine passende Leichenbestattung erzeugt, vernichtet, und der Geist senkt sich in eine häßliche Gruft, statt sich zum herrlichen Himmel hinaufzuschwingen *). Dazu kommt daß unser neuer **) Friedhof (übrn nrn) von der Stadt weit abliegt, daß daher das Tragen des Todten auf den Achseln mit vielen Mühen und Beschwerlichkeiten, ja selbst in rauheren Jahreszeiten und bei Glatteis mit Gefahren verbunden ist; kurz es waren der wichtigen Motive nicht wenige einen Todtenwagen anzuschaffen und er wurde auch bald geschaffen. Seitdem — hören Sie und lachen! stehet unser Todtenwagen hier in seinem versteckten Wagenschoppen ruhig und unberührt und unsere Todten werden nach wie vor auf zwei Stangen und einem Brette zu Grabe befördert. — Jst's möglich! rief *) Haben es denn nicht die Talmudisten schon bedeutsam genug ausgesprochen da sie sagten: n?m mss ho mi am. Korresp. **) Auf dem Brodyer alten — jetzt geschlossenen — Friedhof befindet sich neben vielen andern 3—400jahrigen Grabsteinen auch jener des berühmten Rabbi Israel Nezach, hebräisch-philosophischer Lehrer Moses Mendelssohn's. Korresp.

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