Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 25 (17.6.1844)
- Date
- 1844-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 25. vni. z-h-g-ng. Allgemeine Zeitnng -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von irr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. (Mit Köni^l. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 17. Juni 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (l Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22i Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptfpedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die erste Rabbinerversammlung. Antkbaueriana, zweiter Artikel. (Fortsetzung). Erste Rabbinerversammlung. Zeitungsnachrichten: Frankreich: Straßburg, Straßburg. D eutsch lan d: Frankfurt am Mam. Preußen: Trier, Berlin, Magdeburg, Colberg, Magdeburg. Oesterreich: Pesth (Schluß), aus Ungarn, Wien. Rußland und Polen: von der russischen Grenze. Literar. Nachrichten: London. Leitende Artikel. Magdeburg, den 10. Juni. Die erste Rabbnrerversanimluug. In dem Augenblicke, wo wir uns nach Braunschweig begeben wollen, erhalten wir folgendes Schreiben zugesandt: Amtsbrüderliches Sendschreiben an die in Braunschweig versammelten Rabbiner. Hochwürdige Herren! Geliebte Amtsbrüder! Indem es mir, zu meinem herzlichen Bedauern, nicht vergönnt ist, der amtsbrüderlichen Besprechung, zu welcher wir uns vereinigen, sogleich beim Beginne beizuwohnen, werden Sie es mir nicht vergrgen, wenn ich dem Drange meines Herzens nicht widerstehen kann, mich über den Gang der Verhandlungen, dessen Richtung durch die ersten Schritte bestimmt wird und von entschiedenem Einflüsse auf das Resultat derselben ist, meine unmaßgebliche Meinung schriftlich auszusprechen. Erblicken Sie hierin nur die herzliche Theilnahme, mit welcher ich diese erste größere Zusammenkunft betrachte, und den Wunsch, an derselben mich von Anfang an wenigstens schriftlich zu betheiligen, wenn es mir auch versagt ist, Sie schon in den ersten Tagen in freundlichem, amtsbrüderlichem Sinne begrüßen zu können und über wichtige Punkte eine Verständigung mündlich mit Ihnen einzuleiten. Diese erste Versammlung sei, meinem Ermessen nach^ eine vorbereitende, keine beschließende. Mit verschiedenen Ansichten und Wünschen werden wir am Orte unserer Vereinigung eintreffen; verschieden mag die Ansicht sein über den Zweck, dem diese Versammlungen dienen sotten, verschieden die Stimmungen der Gemeinden, denen wir als religiöse Führer und Lehrer angehören, verschieden die Erfahrungen, welche wir in unserm bisherigen Wirken gemacht haben. Eine persönliche Verständigung wird durch den freundlichen Verkehr, der uns nun auf einige Zeit vergönnt wird, erst n'öthig sein, mag diese auch blos theilweise erwirkt werden; hat auch die Literatur Ansichten und Zustände in reichem Maaße uns vorgeführt, so bleiben doch oft wichtige übersehene Momente zurück, welche nur der mündliche Austausch der Gedanken und Erlebnisse in voller Klarheit zugänglich macht. Dabei sind die Gegenstände, über welche eine Vereinigung Statt finden soll, noch zu unbestimmt, als daß ein Jeder mit der vollen Vorbereitung, mit der gehörigen Vertiefung sein llrtheil bestimmt abgebeu möchte.