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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-10 · Heft 24 (10.6.1844) · p. Seite 334

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 24 (10.6.1844)
Date
1844-06-10
Page
Seite 334 (sequence 14)
Language
German
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334 Zudenthums, die aus ihm, abgesehen von seinem göttlichen Inhalte, der ihm nie entwich, auch eine menschlich reine Gestaltung macht, muß das Interesse aller Derer beanspruchen, die für das Allgemeine der Menschheit ein Herz haben, die daher in jeder, sie speziell auch nicht berührenden, veredelten Erscheinung eine Erhöhung des Menschengeschlechts erblicken. Hiermit wird aber auch für die soziale Stellung der Bekenner des Judenthums ein gemüthlicher Standpunkt gewonnen, von dem aus die Verweigerung der Bürgerrechte in der Gesellschaft nur um so härter erscheinen muß." „Dies waren die Gesichtspunkte, unter welchen die hier mitgetheilten Dichtungen entstanden. Der Dichter schafft, was ihm in der Brust lebt; aber ich wollte hier auch zur Veredlung und künstlerischen Bearbeitung des Stoffes, dem ich sonst das lebendige Wort auf der Kanzel leihe, und zur Erweckung von Sympathieen für das Judenthum beitragen. Es galt hier, in vielfach verschiedenen Formen theils Geschichtspartieen des Judenthums zu gemüthlicher Anschauung bringen, theils gegenwärtige Zustande charakterisiren, theils obschwebende Fragen im farbigen Lichte der Phantasie beantworten. — Allerdings sind dem weiten Pfade des Judenthums wenige heitere, anmuthige Blumen entsprossen. Zu dem hohen, erhabenen Ernste des Berufs kam eine düstere, blutdurchzogene Geschichte. Beide verleihen den Gemälden einen dunkelschattigen Hintergrund. Was aber in der Wirklichkeit der Geschichte in seiner Blöße und Nacktheit erschreckt, das löset die Dichtung am Ende doch in die Einheit des Gefühls auf, daran das Gemüth selbst mitten in bitterer Empfindung sich ergötzt. Und darum wählte ich für diese Sammlung den Namen: „Saron." Von Joppe nach Ramla reifend, gelangt man in die weite Ebene Saron, auf der eine reiche Blumenfülle sprießt. Sie ist bedeckt von weisen und rochen Rosen, Narzissen, Anemonen, weißen und gelben Lilien, Levkojen und wohlriechendem Immergrün. „Ich bin eine Narzisse Saron's, eine Lilie in den Thalern," spricht die Geliebte Salomon's. Saron's Herrlichkeit und Schmuck rühmet der Prophet. Von Hieronymus bis Ehateaubriand wissen die Reisenden davon zu erzählen. So mögen diese Dichtungen des sie zierenden Titels würdig erscheinen, und auch als Blüthen an einem ehrwürdigen uralten Stamme der Menschheit erachtet werden." Wir erlauben uns noch auf folgende Piecen als neu aufmerksam zu machen: Salaheddin und Moses Maimonkdes; Erinnerungsbtatt am ersten Jahrestag der Schlacht bei Belle-Alliance; die Jungfrau; der Greis; der Tod. Vollendet sind: Esterka, ein Trauerspiel, von dem nur drei Akte veröffentlicht waren; der Stab aus dem Paradiese ff. — Anzeiger. Irr demselben werden Annoncen aller Art gegen 1-J; Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. In Baumgärtners Buchhandlung zu Le ipzig sind soeben erschienen und an alle Kunst- und Buchhandlungen versendet worden: Die israelitische Bibel, enthaltend: Den heiligen Urtext. Die deutsche Uebertragung. Dir allgemeine, ausführliche Erläuterung. Mit mehr als 500 englischen Holzschnitten. Herausgegeben von Dr. Ludtv. Philippson. Lex. 8. II. Bd. 17te Liefet, zu 71/2 Ngr. (6 gGr.) Neuester »««18 PICTUS oder die sichtbare Welt in Bildern, ein Universalbilderbuch mit vielen Stahlstichen. Herausgegeben von 0r. Reichenbach. 41 u. 42. Lieferung, jede mit 3 Bvgen Text und 2 Stahlstichen in 4. zu 1© Ngr. (8 gGr.) Gesuch. In der israelitischen Gemeinde zu Hanau wird ein Hülfslehrer für den Religionsunterricht, welcher zugleich zur Versehung des Vorsänger-Dienstes daselbst durch eine schulgemäße musikalische Ausbildung befähigt ist, gegen einen jährlichen fixen Gehalt von 400 Fl. gesucht. Bewerber um diese Stelle können ihre Anmeldungen innerhalb sechs Wochen an die Unterzeichnete Stelle richten. Hanau, den 9. Mai 1844. Kursürstl. Israelitisches Provinzial-Vorsteheramt zu Hanau. Löbenstern.

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