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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-10 · Heft 24 (10.6.1844) · p. Seite 328

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 24 (10.6.1844)
Date
1844-06-10
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 wo doch die Juden nicht gleich berechtigt mit den übrigen Bürgern sind, die Stadt zur jüdischen Elementarschule die Hälfte des Lehrergehaltes nebst Heizung und Schullokal hergiebt, so sind wir doch gern bereit, jedes mögliche Opfer zur Errichtung einer jüdischen Primarschule zu bringen. Wir schlagen Ihnen, Hochzuverehrende Herren, daher, zur höhern Genehmigung folgende Punkte vor: 1) Es wird in Luxemburg unter Aufsicht der gewöhnlichen Schulbehörde und mit gleichen Pflichten und Rechten einer jeden andern öffentlichen Primarschule, eine öffentliche jüdische Primärschule errichtet. 2) Die jüdische Gemeinde zahlt an die Stadtkasse zu diesem Zwecke jährlich 420Fl.; auch will sie gern die ihr im Synagogengebäude gehörige Wohnung als Lehrerwohnung und Schullokal, wenn solches von der Behörde als zu diesem Zweck geeignet befunden wird, abtreten. Dafür muß der anzustellende Lehrer aber zugleich die Funktionen eines Vorsängers und Gemeindesekretärs bei der Gemeinde übernehmen, auch muß der Chorgesang zum Behufe der Umgestaltung des jüdischen Gottesdienstes, als stehender Unterrichtszweig mit ausgenommen werden. Endlich behält sich die Gemeinde das Präsentationsrecht vor, so daß Niemand als jüdischer Elementarlehrer angestellt werden kann, der nicht von dem Gemeindevorstande im Verein mit dem Rabbinen der Schulbehörde dazu vorgeschlagen ist. 3) Von dem Tage der Eröffnung der jüdischen Schule an, kann kein jüdisches Kind in dem schulpflichtigen Alter in eine andere Schule ausgenommen werden, es sei denn daß es durch ein Zeugniß des Oberrabbinen nachgewiesen habe, daß für dessen religiösen Unterricht außerdem hinreichend gesorgt ist." Dieser Bericht ging im März ab. Man hatte vorher die Fürsorge gebraucht, die Regierungsräthe damit bekannt zu machen, um den Rücken zu decken. Die Stadt will uns nun schon 400 Franken jährlich zahlen, wenn wir die Schule als Privatschule eröffnen. Die Regierung wird das aber nicht annehmen. Sie sehen, was ein Land ist, wo die Emanzipation — ich darf wol sagen durch den Rabbinen — zum Leben gebracht wurde. Indessen waren die persönlichen Interessen des Rabbinen sehr übel berathen, so daß er im Winter aus pekuniären Verhältnissen, und weil er Nichts wirken zu können geglaubt hatte, seine Demission gegeben. Aber die Vorsteher brachten ihm zu tr-nsi ein momentanes Subsid von 400 Fl. und baten doch vorher noch beim König um Gehaltszulage einzukonimen. Und wirklich hat die Regierung einstimmig, damit er das Land nicht verließe, darein gewilligt und in diesen Tagen erhielt er folgendes Schreiben: Nonsieur. iVou8 avons I’honneur de vous informcr que Sa Majeste a daigne porter votre traitement ,t la Somme de mille florins (wozu die 150 Fl. von dir Gemeinde nicht gerechnet sind) au projet du budjet de 1845 et qu’elle a statue en meine tems, qiri; partir du premier Avril dernier, ce traitement sera paye. Sie müssen wissen, daß nur drei katholische Geistliche im ganzen Großherzogthum diesen Gehalt (1000 Fl.) aus der Staatskasse beziehen! Gott gebe, daß wir einen tüchtigen Lehrer bekommen! Ein svlcher kann sich in unserm Staate, wo die Verdienste des Juden so bereitwillig anerkannt werden, nur glücklich finden. Im Kultus sind noch keine weiteren Veränderungen eingeführt, als daß die Drang- und Haßgebete nicht mehr gesagt werden, und das wran )m:n mit einem deutschen Gebet für König und Vaterland, mit einem Dank für unsere Emanzipation und der Bitte für die Emanzipation unserer Brüder vertauscht ist. Preußen. Breslau, im Mai. (Privatmitth.) So eben ist der zweite Bericht über das Wirken des jüdischen Lehr- und Lesevereins zu Breslau erschienen. Der Verein, den wir bereits früher in seinen höchst nützlichen Bestrebungen kennen gelernt haben, ist in gedeihlichem Aufschwünge, und zählt 195 Theilnehmer. Die Bibliothek hat sich von 520 Nummern auf 1012 vermehrt. Die Einnahme war 509 Thlr., die Ausgabe ca. 450 Thlr. Einen besondern, sehr wirksamen Zweig der Anstalt beschreibt folgende Stelle: „Der frühere Beschluß, mit dem Vereine eine Anstalt zu verbinden, welche jungen Männern, die mit ernstem Willen und gereiften Anlagen frühere Versäumnisse rascher nachholen und sich für eine höhere Gymnasialklaffe vorbereiten möchten, die Mittel hierzu an die Hand gebe, wurde mit Vortheil ausgesührt. Am 18. Mai v. I. wurde die Anstalt eröffnet und Unterricht ertheilt in der griechischen und lateinischen Sprache und in Mathematik, in je zwei Abtheilungen, ferner in Deutsch, Französisch, Geschichte und

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