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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-03 · Heft 23 (3.6.1844) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 23 (3.6.1844)
Date
1844-06-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. s:r Allgemeine 'VILI. Zahrgang. Zeitung -es Zndenthnms. Ein unpartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 3. Juni 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 \ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die erste Rabbinerversammlung. Die Gesecker Austritte. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., von der Ostsee, aus dem Herzogth. Nassau, Hamburg. Preußen: Breslau, Münster, Minden in Westphalen, Geftcke, Magdeburg. Oesterreich: Lemberg. Frankreich: Srraßburg. Donau-Fürstenthümer: von der Donau. Literar. Nachrichten: Frankfurt am Main [ Äunjl]. Leitende Artikel. Magdeburg, den 27. Mai. Die erste Rabbinerversammlung. Als erscheinend meldeten sich ferner an: Herr Ben- Israel, Prediger der israelir. Gemeinde zu Koblenz, I.Meyer, Prediger der israelit.Gemeinde zu Bützow.— Die Gestecke? Auftritte. Zwei höchst betrübende Umstände haben sich nach den bisher veröffentlichten Berichten bei diesem traurigen Ereignisse herausgesteüt als ursächliche Momente: Pfaffenhaß und Unthätigkeit der Behörden. Daß der Pöbel sich geneigt findet zu demoliren, zu zerstören, zu plündern und zu mißhandeln, ist keine auffallende Erscheinung. Heute rhut er es um des Bieres willen in München, morgen um der Juden willen in Gesecke. Daß aber sich noch Geistliche finden, welche den Pöbel zu gröbsten, schreiendsten Unthaten aufreizen, um ihrem Hasse zu genügen, ist mittelalterlich. Daß die Behörde den Aufstand sich förmlich organisiren und seine Wuth ausüben läßt, ohne daß nur eine hindernde obrigkeitliche Person erscheint, ist mittelalterlich. Was unter diesen Umständen eine gerichtliche Untersuchung fruchten wird, läßt sich leicht absehen. Daß aber die Ungestraftheit solcher räuberischen Unternehmungen von den schrecklichsten Folgen sein kann, daß diese Folgen auch nicht bloß für die Juden, sondern für die ganze bürgerliche Gesellschaft sehr traurig sein würden, sieht der Vernünftige leicht ein. Es ist überhaupt eine betrübende Erscheinung, eine irn höchsten Grade niederschlagende Erscheinung, welche Macht und welchen Umfang der Religionshaß, namentlich in Deutschland wieder erhält. Die Spaltungen zwischen den christlichen Konfessionen, und der Haß gegen den Israeliten als solchen, nehmen täglich wieder überhand. Sind das die Früchte des Friedens? Oeffnet man eine Zeitung, den Hauptinhalt bilden kirchliche Parteiungen, religiöse Zerwürfnisse, vor denen das politische Leben ganz in den "Hintergrund getreten ist. Nach solchen Dingen haschen die Leute, diese sind ihnen interessant, pikant. Wer wußte hiervon in den französischen Zeiten? wer in den Zeiten der Freiheitskämpfer-Frägt man nach dem tiefern Grunde dieser Erscheinungen in Deutschland, so erkennt man wohl, daß der Mangel an deutschem Nationakgefühl die Hauptbeförderungs-

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