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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-05-27 · Heft 22 (27.5.1844) · p. Seite 294

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 22 (27.5.1844)
Date
1844-05-27
Page
Seite 294 (sequence 2)
Language
German
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294 —, Wir sind ersucht worden, Folgendes zu veröffentlichen. Bekanntmachung. Den Herren Geistlichen, welche die am 12. Juni d. I. zu eröffnende Rabbiner-Versammlung besuchen werden, erlaubt sich das Unterzeichnete Konnte die Anzeige zu machen, daß stets eines seiner Mitglieder während des 10. und 11. Juni von Morgens 9 bis Abends 8 Uhr in seinem Sitzungssaale im Prinz Wilhelm auf der Schützenstraße No. 160.161. bereit sei, die den ankommenden Herren einzuräumenden Wohnungen anzuweisen. Braunschweig, den 17. Mai 1844. Das Ko mite für die erste Rabbiner-Versammlung. Antibaueriana. Zweiter Artikel. Als wir Ln No. 18 und 20 des vorigen Jahres die gegen Br. Bauer erschienenen Schriften anzeigten, drückten wir zum Schluffe den Wunsch aus: daß noch eine einfache Entgegnung, die, ohne die Syllogismen Bauers mit Syllogismen zu beantworten, Ln klarem, derbem Tone seine Sophisterei am Spiegelbilde der Wirklichkeit, des praktischen Lebens treffend zu Schanden machte. Auch dieser Wunsch ist erfüllt, und zwar durch zwei, in diesem Jahre erschienenen Schriften von Grün und Salorrron* **)). Grün geht insonders dahin, Br. Bauer zu zeigen, wie er in der Judenfrage die Theologie und Staatswissenschaft mit einander verwechselt, die theologische und soziale Frage gänzlich untereinander gewirrt hat. Er deckt ihm klar auf, was wir selbst in No. 18. 1843 schon angedeutet haben, daß Br. Bauer's Angriff auf das Judenthum nur nothwendige Folge seines Vernichtungskrieges gegen das Christenthum ist, und daß in dem Bauerschen Wahnwitz, nur auf den Trümmern aller positiven Religion könne das Heil der Gesellschaft erstehen, derselbe notbwendig auch das Judenthum zu beseitigen suchen wußte — nur daß hier der Unterschied ist, daß er die *) Die sicherlich sehr tüchtige Entgegnung Rießer's in den „konstitutionellen Jahrbüchern" haben wir nicht erhalten können. Red a kt. Freiheit der Christen in die Freiheit von aller Religion setzt, die Juden aber in ihrer bisherigen Unfreiheit noch so lange erhalten will, bis jene eingetreten. Würde er sagen, auch die Christen sind unfrei, aber so weit sie frei sind, sollen die Juden vorerst auch frei sein, bis sie beide mit einander ganz frei werden — nun, so wollten wir ihn seiner Traume und Wahngebilde nicht berauben. Aber da er aus seinen hyperkritischen Mißgeburten heraus Millionen in die Ghetti's verdammen will: mußte man ihm begegnen, und die Sache der Menschlichkeit, der Wahrheit, der Gerechtigkeit gegen seine sophistischen Verdrehungen vertheidigen. Unter allen Nebeln, welche die wiffenschaftliche Kultur mit sich führen muß, weil sie auch ein menschliches Produkt ist, sind ein juristischer Theologe und ein theologischer Jurist, ein politisirender Theologe und ein theologischer Politiker die Hauptübel. An solchem Nebel leidet Br. Bauer nun ganz vorzüglich. Sehr gut sagt Grün (S. 51): „Die Eigenschaft Bauers, welche ihm überhaupt die Politik verderbt, er mag e§ Wort haben wollen oder nicht, ist, daß er noch immer durch und durch Theologe ist *). Alles, was er ansieht, bietet Stoff zu theologischen Bemerkungen, die Religion guckt ihm aus dem Ganzen und aus allen Einzelheiten entgegen, es giebt kein Ding zwischen Himmel und Erde, welches seinen Zorn wider das Dogma nicht herausforderte." Doch das Büchlein Grün's") heißt: Die Judenfrage. Gegen Bruno Bauer. Von Karl Grün. Darmstadt, 1844. Nachdem Grün die Haupttendenz Bauers, alle positive Religion zu vernichten auseinandergesetzt hat, zeigt er zuerst die falschen, verkehrten Ansichten, die B. von der Geschichte der Juden aufstellt, und die aller geschicht, lichen Anschauung den Tod schwört. Mit großer Klarheit, Umsicht und Geschichtskenntniß weist er nach, wie B. Alles geradezu auf den Kopf stellt, und wie B. abermals den Beweis liefert, „wie wenig transzedente Theorie auf die handgreifliche Wirklichkeit paßt." Auf die Forderungen B's. an die Juden, was sie Alles in der Geschichte hätten leisten sollen, antwortet er unter Anderm mit dem artigen Gleichniß: „Schneid' einem Vogel die *) Christlicher Anti-Theologe! Redakt. **) Grün ist Christ, und als freisinniger Journalist bekannt, aus politischen Gründen ward er im vorigen Jahre aus Mannheim verwiesen, Redakt.

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