Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1844)
- Date
- 1844-05-06
- Page
- Seite 266 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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266 tat einer veredelten Zivilisation in unsere Herzen ausstreuen, und welche herrliche Früchte müßten nicht daraus zum Heile dieses Landes emporkeimen! — Und am Ende von welcher Seite sollten auch einer solchen großartigen Reform unübersteigliche Hindernisse entgegentreten? Von Seiten des großen Haufens doch nicht, da dieser, wie gesagt, diese Synagoge langst abandonnirt hat, und der bekümmert sich ja nur dann, wenn man ihm in seinen Kreis eingreift? oder etwa von Seiten der vornehmern Jugend Brody's, von Seiten jener Jugend, die für unsere großen israelitischen Kanzelredner in Deutschland begeistert ist; — die schon beim Lesen der Predigten eines Mannheimer, Salomon, Philippson u. dgl. in Thranen der Andacht, der heiligsten religiösen Weihe und der tiefsten wehmüthig-süßen Empfindungen über Israels Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hingerissen wird, und die in ihrer rohen eisigen Umgebung nach einem belebenden und erwärmenden Worte Gottes schmachtet; — von Seiten einer solchen Jugend, sage ich, ist bei der Einführung deutscher Predigten gewiß nichts zu befürchten; und hingegen andererseits, welche schönen Hoffnungen werden sich nicht mit einem solchen Schritte verwirklichen! — Alle Bessern unter uns wissen das sehr wohl, allein es fehlt der einheitliche Gesammtwille und eine Zentralautoritat.— Wir sind alle zu gebildet und nicht gebildet, zu unentschlossen, zu zerstreuet, kurz zu sehr einander gleich, um etwas Erkleckliches zu Tage fördern zu können. Niemand stehet ein, warum er der erste zum Guten sein soll, warum er, selbst wenn er von der Nützlichkeit, ja Nothwendigkeit einer Reform überzeugt ist, zuerst Hand an's Werk legen soll? Warum soll ich der Erste sein? antwortet Reb Awrem.— Warum soll ich der Erste sein? antwortet Reb Israel, und man kann sicher sein, daß dasselbe auch Reb Efroim zur Antwort geben wird.— (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1| Ngr. (i gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Pensions- und Schnlcmzeige. In der Absicht einige Knaben in Pension zu nehmen, die in meiner Schule außer dem Unterrichte in der mosaischen Religion und der hebräischen Sprache für mittlere, ja sogar für höhere Gymnasial-Klaffen oder Realschulen herangebildet werden, erlaube ich mir nachstehende Zeugnisse zu veröffentlichen, und diejenigen Eltern resp. Vormünder, die mir ihre Kinder anvertrauen wollen, hiermit zu versichern, daß Seitens meiner Frau sowol als meiner selbst mit aller Sorgfalt und Liebe für deren geistige und körperliche Ausbildung gesorgt werden wird. Die näheren Bedingungen werde ich auf gefällige Anfragen direkt mittheilen. Bern stad t, Kreis Oels den 22. April 1844. I. C. Friedländer. Hiermit bescheinige ich der Wahrheit gemäß, daß Herr Friedländer einige Knaben in den Hauptgegenständen des Gymnasial-Unterrichts soweit herangebildet hat, daß sie in die Tertia, und einer sogar in die Sekunde des hiesigen Gymnasiums ausgenommen worden sind. Oels, den 31. März 1844. Dr. Lange, Direktor des Gymnasiums. Aus dem vorbereitenden Unterrichte des Herrn Friedländer ist ein Knabe in die Tertia des hiesigen Gymnasiums als Schüler eingetreten. Dies bezeuge der Wahrheit gemäß Oppeln, den 16. April 1844. vr. Stinner, Direktor des Gymnasiums. Im Verlag der Frankschen Buchdruckerei in Sulzbach ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen von C.L. Fritzsche in Leipzig zu beziehen: m33 n^sru Andach tsbuch für fromme Israelitinnen, mit dentschrr Uebersetznng nebst neuen Gebeten von De. W. Schlesinger, Rabbiner. gr. 12. broch. Preis 20 Ngr. (16 gGr.) Anzeige. Unterzeichneter kann, da sein Engagement im hiesigen Orte mit dem 1. August d. I. zu Ende geht, eine für ihn angemessene Stelle annehmen. Reflektirende Gemeinden wollen sich Ln portofreien Briefen an denselben wenden. Königsberg Ln Preußen im April 1844. H. Weintraub, Kantor der hiesigen israel. Gemeinde.