Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 18 (29.4.1844)
- Date
- 1844-04-29
- Page
- Seite 255 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225335-3225354--06021-3314810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
255 KenntnLß der h. Schrift in der Ursprache. „Das Göttlich-Positive muß natürlich die Grundlage alles Religionsunterrichtes bilden; dieses aber ist am reinsten und ungemischt von aller menschlichen Ansicht in dem Urtexte der heiligen Schrift niedergelegt. Die jüdische Religion ist in ihrer festen Gestaltung aus der trüben Masse jahrtausendjähriger Verwirrung erst im Werden begriffen, und ist zu sehr sich selbst überlasten und ohne feste Obhut in dem einer Uebergangsepoche, in welcher sie jedenfalls jetzt begriffen ist, eigenen Stürmen und Dringen und der Ungeduld des Ringens, als daß Nicht der Mann mindestens, dem eben im Üeben draußen der Wmdmühlknkampf selbstgeschaffenen mystischen Umzaunungsnedels mit dem im trügerisch schimmernden Brustharnische keck auftretenden kahlen Verstandesrmertbume entgegen treten wird, als daß nicht der jüdische Mann, der Rede stehen muß den verschiedensten Zumuthunaen in jeinem Lehre und Glauben noch nicht zur deutlich und bestimmt ausgeprägten in Form gekommenen Uedung dem göttlichen Worte in seinen uralten Himmelstönen selbst lauschen müßte, um einerseits den schwebelnden und nebelnden Truggebilden spaterer Zeiten nicht zu verfallen, und anderseits dem schalen Adlaugnen alles Positiven nicht zur Beute zu werden." — Der letzte Abschnitt „das bürgerliche Leben" spricht sich ausführlich über das Napoleonische Wuchergesetz, die Ausschließung der Juden von der Jury, was nicht einmal gesetzlich begründet ist, und die Entziehung von an-! gcmeffnen Beitragen Seitens der Kommunen zu den j Instituten der Juden, während dirse alle Lasten der Kommunen mittragen, auf's kräftigste aus. So empfiehlt sich diese Schrift sehr nachdrücklich durch Anregung in den meisten praktischen Fragen unsrer Glaubensgenossen. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr. i Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Vertagst) an d lung. Vakanz. Es wird für die hiesige Vorsänger- und El»mentariehrerstelle ein tüchtiges Subjekt gesucht. Die Erfordernisse sind: wo möglich hinreichende musikalische Bildung,! um Chorgesang einzuüben und zu leiten, hinreichende Kenntnisse um das Examen als Elementarlehrer zu machen, theoretische Kenntnisse der französischen Sprache. Fixum: 420 Gulden jährlich, wozu das Schulgeld für die Kinder bemittelter Eltern kömmt, so daß die Einnahme ca. 600 Gulden betragt. Anmeldungen franco an den Großherzogl. Landrabbiner Dr. Sam. Hirsch. So eben hat die Presse verlassen und ist in allen Buchhandlungen zu haben: Zweite Mittheilrmgen aus einem Briefwechsel über die neueste jüdische Literatur. Ein Fragment von Samson Raphael Hirsch, Landrabbiner zu Emden. Altona 1844 bei I. F. Hammerich in 8. Preis geh. 10 Ngr. (8 gGr.) Im Verlage von C. L. Krüger in Dortmund sind erschienen: 104 stufcnmäßig fortschreitende Uebunge» in der hebräischen Cursivschrift für israelitische Schulen von D. I. Lehmann, Lehrer, elegant geh. Preis 2 Sgr. Der Verfasser hat durch ein allmätiges Fortschreiten vom Einfachen zum Zusammengesetzten und ein Anlehnen an die deutsche Orthographie den Kindern möglich gemacht, nach einiger Uebung in der deutschen Schrift in kürzester Zeit auch in der hebräischen Cursivschrift Regelmäßigkeit mit Fertigkeit zu verbinden. Bei Abnahme von Partieen von wenigstens 5 Dutzend wird ein ansehnlicher Rabatt bewilligt.