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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-29 · Heft 18 (29.4.1844) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 18 (29.4.1844)
Date
1844-04-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VIII. Jahrgang. Allgemeine No. 18. Zeitung des Zndrnthnms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippsoll, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 29. April 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22,\ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljabr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Der Indifferentl'smus. Ein Wort zur . Zeit (Schluß). Zeitungsnachrichten: Großbritannien: London, London. Amerika: Savannah, Ohio, Charlestown. Australien: Sydney. Rußland und Polen: von der poln. Grenze, von der ruff. Grenze, von der poln. Grenze. Deutschland: Frankfurt am Main. Preußen: Berlin, Berlin, Meserih. Oesterreich: Prag, Preßburg (Schluß), Tcrrnow. Personal - und Lokalnachrichten: Trier. Literar. Nachrichten: Magdeburg sEmanzipationsliteratur. Fortsetzung und Schluß). -0- Leitende Artikel. Magdeburg, den 20. April. Der I rr d i ff e r e n t i s m u s. Der furchtbarste Feind, der im Judenthume unsrer Zeit hauset, ist der religiöse Judifferentismus, ist die Kälte und Gleichgültigkeit in allen religiösen Dingen, welche unter unseren Glaubensgenossen gegenwärtig vorherrschet, immer mehr Fortschritte macht, und die Gemuther von allen religiösen Bedürfnissen entfernt. Es ist, als ob auch hier das Wort sich bewähren wolle; die Extreme berühren sich, als ob da, wo so viele Jahrhunderte die Religion der Inhalt des ganzen Lebens war, sich auch der entgegengesetzte Zustand bemerklich machen wolle. Wir sind keine Freunde der Klage, wir fassen gern auch das geringste Lebenszeichen, die geringste Kraftäußerung in ganzer Bedeutung auf, und erkennen als eine krankhafte Reizbarkeit, wenn man sich bei etwaigen Hindernissen sofort dem Verzweifeln in die Arme wirft. Im Gegentheile aber halten wir cs auch für unklug, sich träumerisch Hoffnungen und Meinungen zu überlassen, die in der Wirklichkeit nur wenig Boden haben. - Es war eine Zeit, wo es in unsrer Glaubensgenossenschaft an allen Hülfsmitteln fehlte, an denen sich der daniederliegende Sinn aufrichten konnte. Die alten Institute und religiösen Bildungsmittel harten für sehr viele ihren Reiz und ihre Brauchbarkeit verloren, und neuere fehlten noch. Man klagte allgemein. Der Gottesdienst fesselte nicht mehr, die jüdische Kanzel war stumm, die Unterrichtsanstalten waren sehr veraltet, der verlangte eine Bibelübersetzung, worin er lesen könnte, jener Erklärungen, ein andrer Lehrbücher, der vierte Erbauungsschriften, der fünfte Gesänge. Allen diesen Mängeln ward vielfach abgeholfen, und es giebt in allen diesen Beziehungen wol kaum noch einen Zweig, der nicht seine mehr oder weniger angemessne Bearbeitung fand, oder in derselben begriffen ist. Allein steht die Benutzung alles dessen mit den Anstrengungen im Verhältniß, die man darauf verwendet hat oder verwendet? Nicht im Geringsten. Es ist nur ein sehr kleiner Theil der Zahl nach, der daran Theil nimmt, der gleichen Schritt hält. So Vieles tritt in die Erscheinung, allein wie wird es ausgenommen? wie gefördert? wie läßt man es auf sich wirken? Oder wenigstens wie lange hält die geweckte Teilnahme an? So lange z. B. die Verbessrnng des

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