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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-15 · Heft 16 (15.4.1844) · p. Seite 225

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 16 (15.4.1844)
Date
1844-04-15
Page
Seite 225 (sequence 9)
Language
German
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225 dennoch in Aeußerlichkeiten von der Strenge früherer Zeit Nachlassen. (D. A. Z.) Prag, 25. März. Zn der Zudenfladt hat sich seit drei Jahren ein israelit. „Nächstenliebeverein" zur Unterstützung für verschämte Hausarme gebildet, welcher beweist, wie durch kluge Oekonomie aus kleinen Spenden bedeutende Resultate hervorgehen können. Kerlin, 3. April. (D. A. Z.) Das unter dem Schutze der Königin stehende Kinderhospital, in welches kranke Kinder ohne Unterschied des Glaubens ausgenommen werden sollen (zu welchem Zweck auch Evangelische, Katholiken und Juden im Vorstande sind), ist nunmehr für sechs Betten vorläufig eingerichtet und wird demnächst eröffnet werden. Königsberg, 28. März. (D. A. Z.) In Elbing ist wieder ein Jude, Samuel Aschenheim, zum Stadtrath erwählt worden. — Der hier lebende russische Konsul Jakob Adelson hat der Judengemeinde zu Georgenburg, über deren Häuptern noch immer das Damoklesschwert des russischen Ukases vom 2. Mai schwebt, 1000 R. S. zum bevorstehenden Paffafest überschickt. Hamburg, 30. März. (Privatmitth.) Zur Ergänzung der Nachricht Ln vor. No. diene, daß dem Hrn. Buchhändler B. S. Berendsohn am 22sten dieses auch vom hiesigen hohen Senate ein anerkennendes Dankschreiben begleitet von der großen goldenen Ehren-Denkmünze zugesendet worden. Klamont, im März. Am 22. Februar wurde hier ein neu erbauter Tempel unter Beiwohnung des Konsistoriums von Nancy sehr feierlich eingeweiht. Der Groß- Rabbine von Nancy und der Rabb. von Luneville hielten sehr angemeffne Predigten. (Arch. isr. de Fr.) Literarische Nachrichten. Halbersiadt, IO. April. Von der, durch alle Buchhandlungen wie durch alle Postämter (ohne Preiserhöhung [117* Ngr. das Vierteljahrs) zu beziehenden „Religiösen Wochenschrift für gottgläubige Gemükher aller Konfessionen," herausgegeben von vr. Ludwig Philippson, sind No. 3 und 4 erschienen, und enthalten: „Tiefe und Höhe, Gedicht. Das Ende und der Anfang, aus dem Leben. Der Frühling auf dem Grabe, Gedicht. Die Erfahrungen der Menschheit (Fortsetzung). Parabeln. Miszellen." Wir heben zur Eharakterisirung folgendes Gedicht hervor: Der Frühling auf dem Grabe. Der Frühling. Den Himmel Hab' ich ausgespannt So licht, so blau: Der Lüste Flulh Hab' ich gewandt So rein, so lau: Ich hob die Decke von den Quellen, Und brach die Fessel ihren Wellen. Das Grab. So komm, o Frühling, heb' die Decke Auch mir empor, Q sieh', gefesselt Leben wecke Auch hier hervor: Es will den Himmel wieder schauen. In Luft und Sonnenstrahl erthauen. Der Frühling. Wohin mein Fuß auf Erden tritt, Wie's treibt, wic's blüht: Wie sich der Forst vor meinem Schritt Mit Laub umzieht: Es ist ein fröhlich Auferstehen Vom Schlummer zu des Lebens Höhe». Das Grab. So schüttle doch den blei'rnen Schlummer Auch mir hinab, Laß's aufecsteh'n von Tod und Kummer Im dunkeln Grab, Gebrochne Blüthe ruht darinnen, Laß wieder sie zu blüh'n beginnen. Der Frühling. Vom Mittag kömmt der Vögel Zug Aus fernem Land: Ich bin's, der sie zur Heimath trug Mit sanfter Hand: Nun wird es laut auf Flur und Feldern, Von Zubelchören in den Wäldern. Das Grab. Der Laut ist Leben: Strahl der Sonnen Trifft auch den Stein, 16«

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