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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-01 · Heft 14 (1.4.1844) · p. Seite 202

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 14 (1.4.1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 202 (sequence 10)
Language
German
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202 */2 Bog. gr. 8., Preis vierteljährlich ll1/* Ngr.), sind erschienen. Sie enthalten: „Der Anfang (Gedicht). Die Erfahrungen der Menschheit. Ein Frühlingslied. Der dritte Psalm. Miszellen." Die nächsten Nummern werden bringen: Die menschliche Hand. Das Ich. — Diese, im Sinne von: NN« 'ft ftnm tfiftft öT»a nns redigirte Wochenschrift verdient wol die Aufmerksamkeit der israelitischen Glaubensgenossen ganz besonders. Ueber die leitenden Grundsätze hat sich der Prospektus ausgesprochen. Probenummern sind durch alle Buchhandlungen gratis zu erlangen. Magdeburg, 10. März, s Geschichte.) Kurzgefaßte Geschichte des Neuen Israelitischen Tempels in Hamburg wahrend der ersten 25 Jahre seines Bestehens, nebst Anmerkungen und Beilagen von Or. Gotthold Salomon. Hamburg, 1844. Der Verf. war beauftragt, eine Geschichte des Hamburger Tempels für den Grundstein des diesen Sommer zu vollendenden Gebäudes abzufassen. Diese auch an's Licht der Welt durch den Druck treten zu lassen, ward der Verf. verschiedentlich aufgefordert. Wenn auch für diejenigen, welche den Entwickelungsgang des Hamb. Tempels aufmerksam beobachtet haben, nicht viel Neues diese Monographie bringt, so muß sie doch für Alle ein bedeutendes Interesse haben, welche dieses Institut nur von ferne kennen, ein Institut, welches in der Geschichte unsrer Liturgie ein so wichtiges Moment bildet. Hierzu kommt die flüssige, gewandte, pikante Schreibweise des Verf., welche, wenn sie^auch dem, der eine tiefere historische Anschauung sucht, weniger jusührt, doch dem dürrrsten Gegenstände ein Interesse abzugewinnen weiß, das die Lektüre angenehm und unterrichtend macht. Nach einem Blick in die Vergangenheit, wird die Entstehung des Tempels erzählt, der Kampf mit den damaligen Dajonim und Vorstehern, das Erscheinen des Gebetbuchs, das Traurecht der Prediger, das neue Gesangbuch, die verschiedenen Anfechtungen des Tempels, die Wahl des neuen Predigers, der Streit über das Gebetbuch, die Grundsteinlegung zum neuen Tempel, das 25jährige Jubiläum besprochen, auch einige Vortrage, die bei den Festlichkeiten gehalten wurden, eingestreut. In den Beilagen sind Dokumente (worunter die höchst interessante „Bereinigungs-Urkunde des neuen israelit. Tempelvereins in Hamburg vom Jahre 1817,") Nachrufe, Gedichte ff. enthalten. So gehört diese Schrift in die Reihe derer, welche für die Geschichte unsres Kultus unentbehrlich, also eine werthvolle Gabe sind. Magdeburg, 18. März. sHomiletik.) Die Verantwortlichkeit des Volkslehrers im jetzigen Israel. Eine Predigt über 4 Mol. 18,1 ff. von Dr. N. F rankfurter. Hamburg, 1844. Ein, in unftten Tagen interessantes, und zu der mannichfaltigsten Besprechung veranlassendes Thema, das freilich hier nur sehr allgemein abgehandelt werden konnte. In I. spricht der kräftige Redner über die bloß auf's Wissen und den Verstand abzielende Erziehung, die das Gemüth, und darum das religiöse Element vernachlässigt, woraus Jndifferentismus entsteht, den der israelit. Volkslehrer zu bekämpfen nicht unterlassen, nicht ermüden soll. In il. über die Hyperorthodoxie, die Gebet und Zeremonialgesetz zur drückendsten Last, die sinnvolle Anordnrmg eines täglichen und bestimmten Gebetes zu einer bestimmten Summe von Worten gemacht, und es sei die Pflicht der Volkslehrer zu sichten und zu erwärmen, zu erfrischen und zu läutern. III. Dagegen spricht über die neuesten Bewegungen des Unglaubens in Israel, und wie es Pflicht des Bolkslehrers sei, dem mit aller Kraft entgegenzustreben, insonders dadurch, daß er ungestört fortbaut auf dem festen Grund der Offenbarung und der geschichtlichen Entwickelung der israelit. Lehre. — Gedächtniß-Predigt bei dem Trauer-Gottesdienste wegen des Abscheidens der Großherzogin von Oldenburg ff. von Dr. David Einhorn, Laadrabb. Birkenfeld, 1844. Der sehr gewandt benutzte Text ist: 1 Mos. 50, 1—22. Thema: in welchen Stücken die Eigenthümlichkeit der Trauer über den Verlust eines durch Erden - und Tugendgröße in gleicher Weise hervorragenden Lebens bestehe. I. Durch die Ausdehnung ihres Gebietes, indem alle Stände, alle Glaubensparteien daran Theil nehmen. II. Durch die Verschiedenheit ihrer Bestandtheile, da sie im Schmerz über den Verlust des Geliebten, über das Verschwinden segensreicher Kräfte, über die Hinfälligkeit auch der größten Herrlichkeit der Erde besteht. III. Durch die Heilsamkeit der sie begleitenden Ermahnungen, zu Eintracht und Liebe, zur Mäßigung in der Anhänglichkeit an das vergängliche Gut der Erde und zum eifrigen Erwerbe unvergänglichen Himmelsgutes. Sehr gut spricht der Redner über das Verhaltniß der Israeliten bei dieser Trauer. Unserm Wissen nach ist dies das erste homiletische Produkt des Verfassers, und das verspricht viel. Die Ueberschriften der Theile sind etwas schwer gefaßt, sonst spricht der Verf. zwar im erhabenen Style, aber doch nicht über die Volksthümlichkeit hinaus.

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