Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-25 · Heft 13 (25.3.1844) · p. Seite 183

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 13 (25.3.1844)
Date
1844-03-25
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3225335-3225349--05938-3314724
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

183 bestehenden Knabenchor leitet, beginnen die sichtlichen Fortschritte der hierorts kreirten Singschule. Namentlich hat besagter Knabenchor, bei einer, am 2. November v. I. abgehaltenen Singprobe, durch Vortragung mehrerer Gesangstücke von Mendelssohn-Bartholdy und Abbe Stadler, allen von ihm gehegten Erwartungen entsprochen. Hierdurch wird nicht nur dem Gottesdienste wesentlicher Vorschub geleistet, sondern auch manchem schlummernden Talente eine neue Bahn geöffnet, und die Möglichkeit verschafft, auch auf diesem bis nun fast gar nicht bebauten Felde die Saat einer zukünftigen Subsistenz zu bestellen. Dem Kultus zunächst müssen wir auch der Erziehungsanstalten erwähnen. Den Statuten der Armengemeindeschule zufolge, wurde letztere bei dem Umstande, als die Kenntniß der Landessprache zum Lebenselemente jeder, selbst der niedrigsten Volksklasse geworden, mit einer Trivialschule in Verbindung gesetzt, in welcher die Lehrgegenstände der Elementar-, ersten und zweiten Nvrmalschulklasse durch eigene Lehrer vorgetragen, und die Zöglinge zur Privatprüfung aus diesen Jahrgängen vorbereitet werden. Die Zahl der in diesem Jahre die Armenschule besuchenden Kinder belief sich aus 30V. Das edle Werk der Bekleidung und Bespeisung dieser armen Schulkinder ward auch in diesem Jahre in Folge der thatkräftigen Unterstützung unserer Gemeinde, und des in seinem Feuereifer unermüdlichen israel. Pol. Bez.-Aufsehers, Herrn Zipper fortgesetzt. Es wurden nämlich im Laufe des ganzen Jahres nicht weniger als 152 Kinder täglich bespeist, und eben so viele vollständig bekleidet. Die hierbei verausgabten Bespeisungs- und Bekleidungskosten erreichen die Summe von 733 fl. 25 kr. K. M. Das hierorts kreirte Waisenhaus schreitet auf dem betretenen Pfade vorwärts. Nach der am 2. November 1843 aus den Gegenständen der drei deutschen Normalschulklassen abgehaltenen öffentlichen Prüfung, welcher die ehrenwerthen Herren Gubernialsckrctäre Ritter von Höpflingen, von Hoffmann, Ritter des k. russischen St. Annen-Ordens, der kais. Rath und Polizei-Adjunkt von Lorensi und Herr Magistratsrath Gabriel ihre Gegenwart schenkten, und nach erhobenen Zeugnissen vom löbl. Lemberger Normalschuldirektorate verließen 8 Zöglinge, an deren Stelle statutenmäßig eine gleiche Anzahl Neueinzutretender aufzunehmen sind, die Anstalt, und wurden einige derselben, nach Ueberwindung nicht geringer, Seitens des Zunftwesens gelegten Hindernisse, bei Lemberger christlichen Handwerkslehrherren, wie auch 1 Handwerkslehrling bei einem christlichen Grobschmide kontraktlich aufgedungcn, die anderen aber unter dem Protektorate des Wiener israel. Handwerksvereins — aus Kosten der Waisenanstalt — mit Stipendien betheilt, nach Wien geschickt. Der hiesige israel. Frauen verein läßt auch ferner seinen regsamen Eifer zur Förderung eines so heilsamen Werkes nicht erkalten, und beweiset dieses zur Genüge die Nützlichkeit des unter der himmlischen Fürsorge blühenden und allgemeinen Anklang findenden Institutes. Die durch Verloosung der weiblichen Handarbeiten zugeflossene Baarschaft brachte eine Summe von 247 fl. K. M.. Die Gesammteinnahme des Waisenhauses und der Armengemeindeschule erreichten in diesem Jahre die Summe von 110^3 fl. 59 kr. K. M. Die Ausgaben 5580 fl. 17 kr. K. M. Nicht minder wohlthätigen Einfluß übt die Kleinkinderbewahranstalt auf die ärmere Judenschaft, die immermehr von der Nothwendigkeil und Nützlichkeit derselben Uederzeugung gewinnet. In Folge des hier im Monate Juli zu Gunsten der drei Kleinkinderdewahranstalten abgehaltenen Volksfestes, entfiel auf dieses Institut durch die erfolgreichen Bestrebungen des Herrn Gubernialrathes und Polizeidirektors von Sacher Massoch, so wie des Herrn Bürgermeisters von Festenburg und des menschenfreundlichen k. k. Rathes von Lorensi, [t>ie nahmhafte Summe von 362 fl. 13 kr. K. M. Auch hat der löbl. Magistrat, der es an Eifer zur Förderung der wohlthätigen Anstalten nicht fehlen läßt, zur Beheizung der Kleinkinderbewahr-Lokalien in den Wintermonaten, 3 Klafter Brennholz und 3000 Stück Torfziegel gleich den christlichen Bewahranstalten, auch der israelitischen beizustellen besohlen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.