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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-04 · Heft 10 (4.3.1844) · p. Seite 134

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 10 (4.3.1844)
Date
1844-03-04
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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134 licher, und erhalten diese — was besonders bei den theologischen Synoden der Fall ist, Diäten, entweder vorn Staate oder den einzelnen Pfarrgemeinden. — Dieses Hinderniß könnte, nach meiner Ansicht, wenigstens theilweise, dadurch beseitigt werden, wenn eine allgemeine Kasse zur Bestreitung aller Kosten, die diese Versammlungen erfordern, gebildet würde, und zwar 1) durch jährliche freiwillige Beiträge der Rabbinen und Geistlichen, welche an diesen Versammlungen Theil nehmen wollen, welche, sowie wir mit Recht vcraussetzen können, ein jeder gewiß nach seinen Vermögensverbältnissen geben wird, und 2) durch freiwillige Beiträge Anderer, die jeder Geistliche Ln seinem Sprengel zu diesem Zwecke sammelt und welche gewiß nicht unbedeutend sein werden. Es wäre vor der Hand also nur nöthig, um schon im künftigen Sommer die erste Zusammkunft zu veranstalten, daß sehr viele unserer Amtsbrüder ihren Beitrag baldmöglichst bestimmten und sich bereitwillig erklärten, in ihrem Sprengel nach Kräften hierfür zu wirken. Ist einmal die erste Versammlung zu Stande gekommen, dann kann bei dieser auch über das Herbeischaffen der Mittel zu den ferneren Zusammenkünften berathen werden, und gewiß wird diese uns Alle noch mehr anfeuern. Alles für diesen schönen Zweck aufzubieten. Ich erkläre mich hiermit vorläufig mit Vergnügen bereit, sowol an diesen Zusammenkünften mich zu betheiligen, als auch nach Kräften hierfür zu opfern und in meinem Sprengel zu wirken. — a^pnnb NL12 ü'nz> au;b arn© ura:a ba Joseph Kahn, Oberrabbiner. Bemerkung der Redaktion. Nichts ist richtiger, als die obigen Bemerkungen unsres geehrten Amtsbruders. Allein in 1) liegt wol in sofern ein Widerspruch, als, wenn die Geistlichen zu ihrer eignen Reise keine Mittel haben, sie wol nicht im Stande sind, noch für die ihrer Kollegen Opfer zu bringen. Wir glauben, das erste Mal muß von Seiten der jüd. Geistlichen ein Opfer gebracht und für die Folge Maßregeln von der ersten Versammlung ergriffen werden. schließung der Juden im Namen des Christenthums thatsächlich ausgesprochen. In dieser Nummer lese man den Bericht aus Köthen über einen ähnlichen Gegenstand. Durch solche Vorgänge werden alle Tiraden gehässiger Autoren und alle Schmähungen des Pöbels kräftig niedergeschlagen. Die Bcschncidnngs- und Reformvercins-Frage. (Schluß.) Doppelt strafbar ist daher auch jeder Jude, der sich irgend eine Sünde zu Schulden kommen laßt, denn er verletzt eine doppelte Pflicht, die als Mensch und die als Jude. Um nun diese seine Aufgabe sowol seinen Mitgliedern immerwährend lebendig vor Augen zu halten, als auch der Welt zum Bewußtsein zu bringen, hat das Judenthnm") sich Symbole geschaffen. Diese Symbole heißen trpn, Gesetze. Man behauptet zwar, der Grund derartiger Gebote könne nicht eingesehen werden, sondern man müsse sie nur blindlings befolgen; allein dieses scheint mir nur zur Hälfte wahr. Allerdings haben derartige Gebote nicht gleichen Zweck mir andern göttlichen Geboten; der Zweck der Speisegesetze z. B. ist nicht derselbe mit dem des Gebotes, nicht zu stehlen rc., aber Gott befiehlt nichts völlig Zweckloses, denn rp£b irro mratt ba nnnn na pa. Das Verhaltniß scheint mir vielmehr dieses zu sein, daß, während bei den Geboten, die nicht zu den trpn gehören, der Zweck ist, ein blos legales Leben unter den Juden zu erhalten, so ist der Zweck der a^pfi einzig und allein, die religiöse Aufgabe dieses Volkes, Israels Nationalberuf, ihnen und Andern stets lebendig vor Augen zu halten. Ter Mensch als solcher kann allerdings, nach der Lehre des Judenthums, auch ohne die Beobachtung irgend einer Zeremonie, Gott gefällig sein. Erkennt er nur an, daß Gott Herr ist über die Natur, daß jeder Mensch im Ebenbilde Gottes geschaffen ist, Herr zu sein über seine Die Volks-, wenn auch nicht die Pöbelmciiiung über die Inden. In voriger Nummer haben wir über die Art und Weise, wie sich der Gesellen-Verein über die Aus- °) Wir sagen absichtlich, das Judenthum hat sich Symbole geschaffen, und nicht, Gott hat sie eingesetzt; denn da unser Hauptzweck es ist, die Gegner zum Bewußtsein ihres Jrrthums zu bringen, so wollen wir nichts behaupten, was sie als noch unerwiesen betrachten könnten.

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