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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-02-26 · Heft 9 (26.2.1844) · p. Seite 131

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 9 (26.2.1844)
Date
1844-02-26
Page
Seite 131 (sequence 15)
Language
German
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131 zwecken? — — Indem aus seiner Prämisse der Verfasser eine „Derogation (Abschaffung) des Talmuds" begründen will, geht er etwas naher auf dessen Quellen, Entwickelung und Einflüsse ein. Er stellt klar auf dem tatmudischen Gebiete die längst erkannte Dichotomie auseinander: 1. Tradition und Synedrial-Entscheidungen, (das mündliche Gesetz) und 2. tatmudische Interpretationen und daraus entstandene Satzungen. Den ersteren spricht er den göttlichen Offenbarungs-Urkunden gleichstehende Autorität zu, den letzteren derogirt er alle Autorität, da sie blos persönliche Auffassung und Exegese sind. Warum aber diese dennoch volle bindende Kraft erhalten, erklärt er aus dem Geiste der Zeiten und des jüdischen Unglücks (— der Verfasser bedenkt nicht, daß das, was aus dem Geiste der Nation hervorgegangen, dieselbe auch beherrschen, eine auf ihrem eigenen Gebiete eingeschlagene Richtung von ihr eingehalten, dieselbe Kasuistik, die von ihr produzirt worden, auch von ihr praktisch geübt werden mußte —), macht nun auf die WerkheitkgkeiL aufmerksam, welche der Talmud bei seinen Anhängern erwirkte, auf die Jsolirung, welche er verursachte in sozialer Beziehung, worin ihm freilich die christliche Gesetzgebung zur Seite stand. Er vergißt aber auch nicht, daß der Talmud seine Asketik überall auf Studium gegründet, wodurch er die geistige Bewegung unter den Juden wach hielt. Als das einzige Mittel, praktisch den Unterschied zwischen dem mündlichen Gesetz und der tatmudischen Interpretation durchzuführen, und letzterer die Gültigkeit zu entziehen, erkennt er nun: ein Sanhedrin von wissenschaftlich gebildeten Rabbinen durch Einverständniß der deutschen Regierungen zusammen zu berufen; dann: Ln jedem Staate eine israelitische geistliche Oberbehörde (wie Ln Würtemberg) einzusetzen. Da nun aber der Verfasser auf Verwirklichung dessen wol sehr lange warten könnte: so sind als einziges und wirksames Surrogat lediglich die von uns vorgeschlagenen jährlichen Rabbinerversammlungen anzusehen. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen lj Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile rr. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und an alle Buchhandlungen versendet worden: LASABT1SE VOYAGE EN ORIENT 1832-1833 Auszug’ in Einem Bande mit erklärenden Noten, einem Wörterbuclie und drei Registern ii b e r 1) die Namen, 2) die citirten Steilen aus Oiraalt - Ihi« vivicr, Rad, ffiirxei, Ifffmsehilfl» Uresster, ITrings, §ang(iin und und endlich 3) über die abgehandelten grammatischen Streitfragen überhaupt. Dritte Auf!. 373 Seilen in 8. broeh. Pr. 22V2Ngr. (18gGr.) See 11 a di opere di Pietro lEetastasto precednta da Notizic BiogTafiche del medesimo con necessarie dichiarazioni ad uso delfa gioveutu da Gio. Batta, tihezzi. Maestro di lingua al Conservatorio di Musica. 285 Seiten in 8. broch. Preis 20 Ngr. (16 gGr.) Zum bevorstehenden Pefach-Festr empfehlen wir unsere neue, schöne und billige Ausgabe der HAtÄADAH. man Der Text mit schönen großen Lettern und einer trefflichen neuen deutschen Uebersetzung. gr. 8. s. Druckp. Preis nur 15 Kr. K.-M. oder 4>/r gGr. oder 51/2 Ngr. Wien, den 18. Februar 1844. Fr. Edl. v. Schmidt u. I. I. Busch. Leipzig bei Eduard Kummer. G e s« ch. Unterzeichneter, über sein moralisches, sittliches und religiöses Betragen mit den besten Zeugnissen versehen, Lehrer, Schächter und Vorderer (als Letzterer viel Talent zeigend) der auch ein Chor leiten kann, sucht zu Ostern d. I. eine angemessene Stelle. Es ist sich von auf ihn Reflektirenden direkt an denselben zu wenden.

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