Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1844)
- Date
- 1844-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225335-3225345--05864-3314646- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
VIII. Jahrgang. Allgemeine iktttttut des <3£ SHo. ds Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interests. Redactem: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg» zu Leipzig. (Mit König!» Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 26. Februar 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 221 Ngr. (18 gGr.) für daß Vierteljahr angesrtzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende .Artikel: Jährliche Rabbineroersammlungen. Die Beschneidungs- und Reformvereins-Frage. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Frankreich: Paris. Nordamerika: Quebeck. Türkei: Konstantinopel. Holland: Swolle. Deutschland: Ellwangen. Preußen: Berlin. Oesterreich: Arad (Fortsetzung u. Schluß). Personal - und Lokalnachrichten: Bernburg, Tunis. Literar. Nachrichten: Magdeburg sEmanzipationsliteratur) (Fortsetzung). Leitende Artikel. Magdeburg, den 18. Februar. Jährliche Rabbinerversammliingen. Das Publikum hat aus den vorhergehenden Nummern ersehen, daß unsre Aufforderung zu jährlichen Versammlungen der Rabbiner und jüdischen Geistlichen überall Anklang gefunden, und daß sehr ausgezeichnete deutsche Rabbinen ihre Zusage bereits eingesaudt. Wir können nicht allein hierüber, sondern besonders über die Begeisterung, mit der der Plan aufgefaßt worden, unsre tiefe Freude nicht verhehlen. Der Geist der Liebe und des Friedens wird diese Angelegenheit ferner in seinen Schutz nehmen und dadurch ihre Erfolge sichern. Je mehr aber diese erst noch zu erzielen sind, desto unangenehmer ist es uns, das Publikum ein Breiteres über die Genesis der Idee unterhalten zu müssen, was zur Sache an sich wenig beitragen kann. Der erste, der sie beim Schreiber dieses in Anregung brachte, war I)r. Lilienthal in Petersburg. In einem Schreiben vom 26. November ] 1843 brachte er mehre Gegenstände, die zur Verständigung in jüdisch-religiösen Dingen führen könnten, zur Sprache, und wies unter Anderm auf den Gustav-Adolph-Verein und das Abhatten von Synoden hin. Er ersucht mich, solche Synoden zu veranstalten, „denn nur dadurch würden die Reibungen, Anfeindungen, Hemmungen, die dem Judenthume nur schaden, wenn nicht schwinden, doch eine freundlichere Gestaltung annehmen/' er hat das Zutrauen, daß ich, „der vom Beginne an die Vermittelung angestrebt, auch das Programm in so unpartheiifchen und versöhnenden Rissen entwerfen würde, daß Jeder, dem der schreckliche Jndifferentismus das jüdische Herz nicht ganz zerfressen hat, mit Freude diese Erscheinung begrüßen werde." Es traf dies mit lang gehegten Wünschen bei mir zusammen. Ich korrespondirte mit einigen Freunden darüber und Einige billigten es von vorn herein. Ich erlaube mir die Worte eines tüchtigen Mannes vom 20. Dezember, der aber nicht genannt sein will, hierher zu stellen: „das Streben der Regierungen in Europa ist jetzt ein rein natiouelles; Spanien unterdrückt seine Basken, England sein Irland, Belgien will sein Flänisch, die Danen wollen Holstein danisiren, Schweden sein Lappland umwandeln, Deutschland träumt von einer nationellen Einheit, Preußen germanistrt seine Wenden, sein Posen; Ungarn schreit für seine Sprache — und das Judenthnm l Trotz den Versicherungen der 80 preußischen Gemeinden halt man die Judenheir für eine nationelle, für sine palästinensische, wenigstens für eine jüdische. Was