Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1844)
- Date
- 1844-02-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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N». 8. VIII Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 19. Februar 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22| Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Seitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Jährliche Rabbmeroersammlungen. Die Beschneidungs- und Reformvereins-Frage. Zeitungsnachrichten: Rußland und Polen: Petersburg, von der polnisch. Grenze. Frankreich: Sraßburg, Straßburg, Straßburg. Deutschland: Hamburg, Oftseestrand, Frankfurt am Main. Preußen: Berlin, Berlin, Berlin, Berlin. Oesterreich: Kittsen, Arad (Fortsetzung), Pozsega (Schluß). Leitende A-rtikel. Magdeburg, den 11. Februar. Jährliche Rabbinerversammlungeu. Ihre Zusage zur ersten, diesjährigen Versammlung haben ferner eingesandt: Herr Oberrabbiner Dr. Auerbach zu Bonn, Herr Rabbiner Dr. Klein zu Stolp, Herr Landrabbiner Dr. S. H i r sch zu Luxemburg, Herr Tempelprediger Dr. G. Salomon zu Hamburg, Herr Tempelprediger Dr. N. Fcankfurther zu Hamburg, Herr Landrabbiner Boden heim er zu Hildes heim. Magdeburg, den 12. Februar. Die Beschtteidurrgsnud Reformvereins-Frage. So eben kommen uns die „Rabbinischen Gutachten über die Beschneidnng, gesammelt und herausgegeben von Salomon Abraham Trier, Rabbiner (Als Manuskript gedruckt.) Frankfurt am Main, 1844" zu. Mit dem Hergang der Sache sind unsere Leser bekannt. Es sind die Gutachten von 28 Rabbineu mitgetheilt. Der Re-! dakteur d. Ztg. glaubte der auch ihm zugekommenen Auf-! forderung nicht zu genügen zu brauchen, da er seine Anj sicht schon des Breitem in diesen Blättern auseinandergesetzt hatte und voraussetzte, daß sich nun kompetente j Stimmen genug aussprechen würden. Nach einer längern j Einleitung, auf die wir wol noch einmal zurückkommen! werden, werden die Gutachten theils in deutscher Sprache, j theils in hebräischer mit Uebersetzung, theils nur in he- I bräischer Sprache gegeben. Sie stimmen sämmtlich überj ein — in der Verwerflichkeit der Grundsätze des Reform- 1 Vereins, in der Verbindlichkeit des Beschueidungsgesetzes, : so wie daß die Juden, die dem letzter» sich entziehen, als ausgeschieden aus dem religiösen Verbände! Israelis anzusehen seien, daß zwar keine staatliche j Zwangshülfe gegen sie anzurufen sei, jedoch sie von al-! len israelitisch-religiösen Handlungen auszuschließen seien. Hie und da spukt zwar auch ein Wört> j eben von „Fluche" dazwischen, dies wird jedoch bei weii tem von der Anrathung fester, aber friedlicher Maßregeln überwogen. Dies ist es, was auch wir ganz | besonders zu bedenken rathen. Keine Märtyrer gemacht! Denn Märtyrerblut war stets die Dracheuzahnesaat, die zehnfach wieder emporsprießen läßt, im guten, wie im bösen Sinne. Die Begründung, sowol vom biblischen, als talmudisch-rabbinischen Standpunkte, ist ziemlich bei allen dieselbe, bald kurz und gedrängt, bald