Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1844)
- Date
- 1844-02-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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N°. 7. vm. zahrgimg. Ällgemeine Zeitung des Audcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: *• Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigfter Konzession.) Leipzig, den 12. Februar 1844. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Dogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für*sechs Monate — 22j. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Aeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Mas muß emanzipirt werden? Jährliche Rabbineroersammlungen. Literaturvercin. Ueber den E Reformverein. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Stettin, Berlin. Deutschland: Schwerin. Oesterreich: Prag, Arad, Pozsega. Personal - und Lokalnachrichten: Paris. Literar. Nachrichten: Magdeburg fEmanzipationsliteraturj, Belletristisches. Leitende Artikel. Magdeburg, den 1. Februar. Ulas muss rman)iprrt werden? Die meisten Anstrengungen und Bestrebungen waren bis jetzt dahin gerichtet, die politische Gleichstellung zu erringen, und die unterste Klasse unsrer StammeSgenoffen aus dem sozialen Schmutze zu erlösen, in welchen sie durch Druck, Beschränkung, Jsolirung, Formheiligkeit und Unwissenheit geworfen war. Als wahre Triumphe wurden daher alle Fortschritte gefeiert, welche unsre politische Angelegenheit machte, so wie die offenbaren Zeichen, daß Licht eindrang in die Masse, ihr Gewerböstand sich besserte, ihre Bildung sich hob, ihre Theilnahme am Volksleben wuchs, der Kultus sich läuterte. Hierbei war es das löbliche und gewiß richtige Bemühen derer, welche unsre Zustande verfochten, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, daß in dieser jüdischen Masse, trotz dem sozialen Schmutze, (sit venia verbo) der ihr auklebte, höchst gesunde Elemente, die Nichts verwischen und zerstören konnte, vorhanden waren: eine tiefe Gottesverehrung, Gottesfurcht, eine heldenmüthige Anhänglichkeit an der Religion der Väter, Nüchternheit, Mäßigkeit, Keuschheit, warmes Familienleben, Befähigung zur Aufopferung, sobald die rechte Saite angeschlagen worden. — Von der andern Seite konnte cs als sekundär nicht unbeachtet bleiben, wenn Inden in Wissenschaften und Künsten einen Preis errangen. Man konnte auch hiermit gehässigen Behauptungen eutgegeutrcten und schöne Argumente daraus ziehen. Allein ist mau damit am Ende? Ich glaube, noch lange nicht. Es giebt nicht allein Schmutz — cs giebt auch Staub. Es giebt einen feinen, durchdringenden, zerfressenden Staub, der die Augen verblendet, den Glan; zerstört, den Stoff angreift. Er ist um so gefährlicher, weil er eindrirrgt durch jedes geöffnete Fenster, durch jede Spalte, durch jeden Riß; weil er am bedeutendsten ist beim hellsten Sonnenlichte, in des Sommers Gluth, wo die Früchte reifen sollen. Doch wir wollen ohne Gleichniß reden. Die Emanzipation kann und darf nicht allein die politische Stellung und die untere Masse befassen: eine andere Emanzipation ist auch für die höheren Schichten der Juden heit not Hw endig. Mit einem Worte: sie müssen zum Judeuthume zurückgeführt werden. — Wir haben es nicht einmal vernommen, es ist uns schon oft genug cingeworfeu worden, daß die höher und feiner