Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1844)
- Date
- 1844-01-08
- Page
- Seite 18 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Herrn Dr. Klein (er machte das Rektor-Examen bei derselben) zu diesem Amte, und sah zugleich auch in ihm das Mittel die jüdischen Religionsschulen des Bezirkes zu verbessern. Da Herr Dr. Klein nach ergangener Aufforderung (deren Inhalt später folgt) seine bereitwillige und uneigennützige Mitwirkung versprochen, ließ die Königl. Regierung ein Zirkular an sammtliche jüdische Gemeinden, Magisträte, Superintendenten und Schulenvorsteher des Regierungsbezirks folgenden Inhalts ergehen: „Da nunmehr in unserem Regierungsbezirke in der Person des Dr. I. Klein zu Stolp, ersten Lehrers der dortigen; jüdischen Bürgerschule, ein wissenschaftlich gebildeter - Rabbiner sich befindet: so haben in Zukunft sämmt-! liche jüdische Schulamtsbewerber, welche bei der hiesigen Prüfungskommission für das Elementarschulamt geprüft, oder welche als jüdische Religions- oder Elementarlehrcr angestellt werden wollen, resp. bei der Prüfungskommission oder bei dem Magistrate, welcher die Genehmigung ihrer Annahme bet uns zu beantragen hat, auch ein Zeugniß des Rabbiners Dr. I. Klein zu Stolp über ihre Tüchtigkeit für den Unterricht in der Religion und im Hebräischen cinzureichen, und haben wir die rc. Prüfungskommission angewiesen, ohne ein solches Zeugniß keinen jüdischen Schulamtsbewerber zur Prüfung zuzulassen. Es ist dies den Vorstehern sämmtlicher jüdischen Gemeinden zu eröffnen, damit sie die Lehrer, welche sie anzunehmen beabsichtigen, zeitig darauf aufmerksam machen, ein solches Zeugniß sich zu verschaffen und cinzureichen. Zugleich ist den Vorstehern der jüdischen Gemeinden zu rathen, mit dem Rabbiner Dr. I. Klein zu Stolp dahin sich zu vereinigen, daß er jährlich wenigstens einmal den Unterricht der jüdischen Religionslchrer revidire, die Lehrer zu einer zweckmäßigen Ertheilung desselben anweise und anlcite. Da der Dr. I. Klein sich bereit erklärt hat, auf die oben angcdeutete Art für die Hebung der jüdischen Schulen zu wirken, so erwarten wir, daß die jüdischen Gemeinden diese Gelegenheit zum Wöhle ihrer Kinder willig benutzen werden. — Königliche Regierung. Das Schreiben der Regierung an Herrn Dr. Klein lautet: „Mit Bezugnahme auf Ihre gegen unfern Schulrath ausgesprochene Bereitwilligkeit, eine Prüfung der jüdischen Lehrer hinsichtlich ihrer Tüchtigkeit für Ertheilung des Unterrichts in der Religion und der hebräischen Sprache, so wie eine Beaufsichtigung des Religionsunterrichts, welcher den Kindern der jüdischen Gemeinde ertheilt wird, zu übernehmen, haben wir heute die beigehende Zirkularverfügung an sämmtliche Magisträte und Superintendenten erlassen. Wir sind überzeugt, daß Sie bei Ihrem regen Interesse für die Hebung des jüdischen Schulwesens! nach Kräften dahin wirken werden, die Religionslehrer, welche sich Ihnen Behufs des Zeugnisses vorstellen werden, mit der nöthigen Anleitung zur Ertheilung eines ächt gottesfürchtigen, das Herz veredelnden Religionsunterrichtes zu versehen. Vielleicht wird es Ihnen möglich, einzelne Schulamtsbewerbcr dahin zu bringen, daß sie eine Zeitlang in Stolp sich aufhalten, um von Ihnen theoretisch und praktisch in Ihrer Schule zweckmäßige Anleitung für den Religionsunterricht zu empfangen. Zum 1. November 1843 erwarten wir von Ihnen Bericht, ob einige Gemeinden und evont. welche, mit Ihnen über die Revision des Religionsunterrichts sich vereinigt, ob Sie denselben an mehreren Orten, und event. an welchen revidirt, wie Sie ihn gefunden haben, und überhaupt, wie weit es Ihnen möglich geworden ist, für Bildung von Religionslehrern und Verbesserung des Religionsunterrichts zu wirken. Königliche Regierung. In meinem nächsten Berichte werde ich Ihnen das Resultat dieser Zirkulare, in denen sich wahre Humanität, hohe und edle Gesinnungen aussprechcn, mittheilen, und ich bemerke nur noch, daß an der hiesigen jüdischen Bürgerschule schon einige Schulamtskandidaten sich zu ihrem künftigen Berufe vorbereiten. ß. Crefeld, Ende Dezember. (Privatmitth.) Der Redaktion sind aus diesem Sprengel verschiedene Korrespondenzen über die Kandidaten, die zu dem erledigten Oberrabbinate in Vorschlag sind, zugekommen. Es ist aber der Grundsatz der Redaktion, sich mit dergleichen Individualitäten Nichts zu schaffen zu machen. Sie kann es den Notabeln, die zu wählen haben, nur dringend an's Herz legen, bei der Besetzung einer so wichtigen Stelle nur und überall die heilige Sache in's Auge zu nehmen, nirgends und nimmer aber die Person. Jeder, der hier eine ihm beliebige Person, nicht aber unparteiisch und vorurtheilölos die Sache berücksichtigt, hat eine Sünde