Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1844)
- Date
- 1844-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. S. TIO. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ Redakteur: Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu-Magdeburg. für alles jüdische Interesse. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mil Königl. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 8. Januar 1844. Diese Zeitung erscheint tvöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 \ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Das Jahr 1843 (Fortsetzung). Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus dem Hannöverschen, vom Rhein, aus Württemberg, aus Württemberg, Frankfurt am Main. Preußen: Stolp, Crefeld. Oesterreich: aus dem Szalader Komitat, aus dem Szalader Komitat. Rußland und Polen: von der poln. Grenze. Personal - und Lokalrmchrichterrr Sien, Gr. Kanischa. Lilerar. Nachrichten: Magdeburg (Schulbuchs, Magdeburg (Beschneidung), Landau ^Geschichte). Leitender Artikel. Magdeburg, den 31. Dezember. Das Jahr 184». (Fortsetzung.) Aus Amerika kam uns die erfreuliche Kunde, daß der Präsident des mexikanischen Freistaats, Santana, die Aufhebung des alten Gesetzes, welches das mexikanische Bürgerrecht lediglich Katholiken verwilligte, bewirkt hat, so daß die Niederlassung keiner Glaubenspartei versagt ist; in Nerv-Iork wird ein deutsch-geregelter Gottesdienst hergestellt. — Im australischen New-Sydney ward eine Synagoge für 500 Personen vollendet.— Für das Land unsrer Väter ereignete es sich als eine glückliche Begebenheit, Laß die Begründung eines jüdischen Hospitals und einer Schulanstalt durch die Munifizenz der Familie v. Rothschild in Aussicht gestellt! ward; minder erfreulich waren die Streitigkeiten über die Art und Weise, wie die bisher dahin geflossenen Almosen vertheilt wurden. — Aus Konstantinopel verlauteten gegen Ende des Jahres neue Blutverfolgungen auf den Inseln des Marmormeeres; auch Lndignirte es zu vernehmen, daß die dortigen Inden dem Wunsche der europäischen, alldort einen eigenen Gottesacker, um den Erpressungen nicht ausgesetzt zu sein, zu besitzen, hindernd entgegengetreten sind. — In der Wallachei wurden jüdische Aerzte in den Staatsdienst gezogen; aber in der Moldau wurden schreckliche Falle vom Raube jüdischer Kinder und deren erzwungener Taufe ruchbar. Die Gemeinde zu Lemberg in Galizien machte treffliche Fortschritte durch einen energischen Vorstand, und dem geordneten Gemeinde- und Armenwesen schloß sich die Wahl eines deutschen Predigers an. — Auf dem ll u g arischen Reichstage machte sich deutlich in Bezug auf die Israeliten ein viel ungünstigerer Geist kenntlich, die sonderbarsten, auffallendsten Inkonsequenzen zeigten sich, und nur mit geringer Majorität wurde den Juden das Stadtbürgerrecht von denselben Ständen votirt, die vor so kurzer Zeit die unbedingte Gleichstellung gefordert hatten. — Nicht minder erschreckend war die plötzliche Emission eines Befehles gegen die Juden in Ankona und Sinigaglia im Kirchenstaate, nach welchem die mittelalterlichsten Beschränkungen von Neuem in's Leben gerufen wurden. Nur mit Mühe gelang es auszuwirken, daß der Befehl nicht zur Ausführung kam. — In der Schweiz geschahen einige wenige, unbedeutende Schritte vorwärts: