Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 51 (24.12.1842)
- Date
- 1842-12-24
- Page
- Seite 755 (sequence 15)
- Language
- German
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755 Aber obgleich der König Bulczn und der größte Theil seines Hofes das Zudenthum bekannten, bewilligten doch die Khozaren das Bürgerrecht Menschen von allen Religionsbekenntnissen. Es gab unter ihnen eine große Anzahl Heiden, aber namentlich Mahomedaner, was besonders zur Civilisation der Khozaren beitragen mußte, da die Bekenner des Islam Künste und Wissenschaften mit allem Eifer der ersten Jugend betrieben. Ganz besonders kamen aber viele Juden aus mohamedanischen und christlichen Staaten dahin, und wurden bereitwillig ausgenommen. Im Jahre 799 bemächtigten sich die Khozaren Ghendje's und Chirvan's, und führten; 190,000 Menschen in die Gefangenschaft. Zu dieser Zeit war die Macht der, Khozaren so groß, daß ein damaliger Reisende, der berühmte Eldad der Danite, versichert, daß sie Tribut von 25 Herrschaften und einem Theil der Araber erhielten. Das neunte Jahrhundert eröffncte der Tapferkeit der Khozaren ein neues Feld. Sie trugen die Waffen gegen die Russen, sie besiegten diese mehre Male, und dehnten ihre Eroberungen im Norden aus. Zur selben Zeit verbanden sie sich enger mit den Griechen, und die kaiserliche Garde zu Byzanz bestand größtcntheils aus Khozaren. Mit Hülfe griechischer Ingenieure erbauten sie 830 die Festung Sarkel am Don. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 g®r.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Soeben ist bei uns in Kommission erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden: Die Erscheinung des Herrn im Menschenleben. Predigt, gehalten in der Synagoge zu Kassel von Or. S. Levisetir. Preis 2^ Sgr. zum Besten der Armen. M. S. Meffner'sche Buchhandlung in Kassel. Bei W. Lcvysohn in Grünbcrg und Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Synagogengebete zum Gebrauche beim Gottesdienst in Auswahl geordnet und übersetzt von vr. I. A. Franeolm. 8. drosch. 25 Ngr. (20 gGr.) Neuestes israelitisches Gebetbuch. Bei F. E. (?. Leuckart in Breslau ist soeben crschiencn und in allen Buchhandlungen zu haben: 22?? fitfV' Gebet - und Audachtsbuch für fromme Israelitinnen, sowohl Frauen als Märchen, zur öffentlichen und häuslichen Andacht an Wochen-, Sabbath-, Fest- und Fast-Tagen, wie auch für alle Verhältnisse des Lebens, bearbeitet von I. H.. Jacobson, Verfasser des Abtalion k. 300 Seiten in 8. Elegante Ausgabe auf Velinpapier. Geh. Preis 22 V Sgr. Der Herausgeber obigen Buches hat in einer vollständigen Sammlung aller auf das tägliche Leben bezüglichen Gebete seinen Glaubensgcnofsinnen ein ehrenwerthes' Mittel an die Hand gegeben, nicht nur die rituellen Verrichtungen im Tempel zu verstrhen und richtig tzu beurtheilen, sondern auch bei allen Vorkommenheiten des Lebens sich gewünschten, geistlichen Rath und Trost zu erholen. Dem Charakter des Geschlechts gemäß, für welches das Buch bestimmt ist, hat der Verfasser sich einer edlen und einfachen Sprache beflissen; unnöthiges Wortgepränge ist sorgfältig vermieden. Die Beterin wird, durch die vorliegenden Gebete in den Stand gesetzt, ihre Wünsche, Gefühle, geistigen Zustände in der edelsten Form dem Geber alles Guten vorzuführen. Wir glauben daher das israelitische Publikum um so mehr auf diese Erscheinung aufmerksam machen zu dürfen, als das weibliche Geschlecht, welches zeither den liturgischen Verrichtungen ferner stand, einen Wegweiser in dem Gebiete des religiösen Kultus dringend bedarf und auch bei der häuslichen Gottcsverehrung dieses Buch mit immer wachsendem Interesse ergreifen wird. Anzeige. Demnach für mehrere Gemeinden des hiesigen Landrabbiner-Bezirks Lehrer in den gemeinnützigen Gegenständen , sowie auch Religionslehrer, welche zugleich Schächter und Vorbeter sind, mit einem jährlichen Gehalte von 50 bis 80 Thtr., außer freier Kost und Wohnung, anzustellen sind; so werden die darauf Reflektirenden ersucht, sich bald thrrrilichst in portofreien Briefen an den Unterzeichneten zu wenden. Die anzustellenden Lehrer haben indeß ihre Qualifikation durch Zeugnisse