Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 51 (24.12.1842)
- Date
- 1842-12-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 51. VI. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 24. December 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (I Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22-J Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zertungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere J hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Erpedition allhier unterzogen. Wir beginnen den siebenten Jahrgang der Allgemeinen Zeitung des Judenthums, ohne weitere Anempfehlung, mit Hinweisung auf unsere bisherigen Leistungen. Wer die früheren Jabrgänge unserer Zeitung vom Beginne an kennt, wird uns das Zeugniß nicht versagen, daß es unser fortwährendes Bestreben ist, den Bedürfnissen der Zeit dieselbe anzupassen und immer frisch und lebendig zu erhalten in Form und Inhalt. — Wir gehen einem bedeutungsvollen Jahre entgegen, in welchem sich Vieles entscheiden muß, was in dem verflossenen begonnen, vorbereitet und schon vielfach besprochen worden. Wir wollen dem aber mit Vertrauen auf den ewigen Schutz der Vorsehung, auf die Macht der Zeit und unsre eigenen Kräfte, so wir sie in Recht und Pflicht gebrauchen, entgegenschreiten! — Auch die Realisirung der Idee eines jüdischen Hospitals in Jerusalem wird namentlich die Redaktion im kommenden Jahre mit Eifer anstreben, und können wir in diesem Augenblicke dem theilnehmenden Publikum sagen, daß wir binnen Kurzem im Stande sein werden, etwas recht Erfreuliches in dieser Angelegenheit veröffentlichen zu können. Wir rechnen daher fürderhin auf die Theilnahme und den Beistand des Publikums, das uns diese bisher so brüderlich nicht entziehen wollte. Die Redaktion. Leitender Artikel. Magdeburg, den 8. Dezember. Es ist aus vielen Korrespondenzen, die uns zukommen, nicht mehr zweifelhaft, daß es die Absicht Sr. Durchlaucht des Fürsten Statthalters von Polen ist, den Ackerbau unter den Juden Polen's heimischer zu machen, sie dem Land bau zuzuwenden. Es ist dies eine hochwichtige Sache, eine Sache der Menschlichkeit ebenso wie eine israelitische. Ja, es ist eine allgemein-israelitische Angelegenheit, da der Zustand der polnischen Juden ein wunder Fleck am Judenthum Europas ist, und durch Veränderung und Verbesserung der Verhältnisse dieser ein großer Stein des Anstoßes für uns Alle entfernt würde. Und welche Wohlthat für die armen,, in Armuth und Elend nntergehenden Menschen selbst! Ja, man muß gestehen, in der Hand eines Fürsten ist dies eine Idee von unabsehbaren, segensreichen Folgen. Das Wie?, diese Idee zu verwirklichen, können wir aus der Ferne, beim Mangel an Lokalkenntnissen, nicht angeben und beurtheilen. Die erste Frage überhaupt ist aber: werden sich die unteren Massen der polnischen Juden dazu bereitwillig finden? Und da glaubt auch der Redakteur dieser Zeitung sich ein Urtheil Zutrauen zu dürfen, und dieses Urtheil fällt völlig bejahend ans. Denn abgesehen, daß im Innern