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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-03 · Heft 48 (3.12.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 48 (3.12.1842)
Date
1842-12-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 48. , I Jahrs««-. Allgemeine Zeitung des Zudenthuws. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacterrr: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 3. December 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfaffen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 21. November. Wir sprechen heute zu dem Publikum vom Reconvalescentenlager; wir haben daher dasselbe um einige Nachsicht anzusprechcn, und wenn wir uns das beschwerliche nervöse Fieber, das uns geplagt, zumeist im Dienste des Publikums zugezogen, so wird es uns dafür mit Liebe die allgemach wieder erstarkende Hand drücken. Eine tiefe Anregung, und darum unterlassen wir heute nicht, zum Publikum besonders zu reden', brachte uns in diesen Tagen ein,Aufsatz von Bruno Bauer Ln den „Deutschen Jahrbüchern für Wissenschaft und Kunst No. 274—282" — „die Juden frage" betitelt. Der Aufsatz ist zu streng philosophisch gehalten, die Widerlegung muß zu weit ausholen und zu umfassend sein, als daß dieselbe in diesen Blättern gegeben werden konnte» Wir sind aber entschlossen, sobald unsre Kräfte sich etwas wieder gesammelt und gehoben, in einer besoudern Broschüre das Gewebe Bauer's zu entwirren, und eine vollständige Widerlegung zu versuchen. Für diejenigen, welche den gedachten Aufsatz gelesen, daher nur einige Andeutungen zur richtigen Beurtheilung hier. Dies sind die Früchte des Schematismus! Alle Erscheinungen der Weltgeschichte nur frisch Ln die Daumenschraube des zersetzenden Begriffs gebracht, für jede Wirklichkeit ein engabgegränztes logisches Plätzchen geschaffen, und von dem selbflgeschaffenen Standpunkte herab gegenübergestellt, in's Extrem gebracht, und die vergifteten Dolche gegeneinander Ln die Hände gegeben! — Die Bäuerische Kritik sieht alle Wesenheiten der Vergangenheit und Gegenwart als Leichname oder gar Mumien an, an die er daher dreist das Secirmesser des Anatomen anlegen kann; er sieht das rieselnde Blut nicht, er hört nicht den lebendigen Pulsfchtag, er weiß nichts von dem unsichtbaren Nervenfluidum, und daß eine innere Welt des Fuhlens und Denkens vorhanden sei, davon hat er keine Ahnung. Welche Willkür der Anschauung da herauskömmt, läßt sich denken. Bauer's Begriff ist fertig, sein ungemeiner Scharfsinn versteht es, alle Symptome, die sich der Wirklichkeit für den fertigen Begriff entnehmen lassen, zusammenzuraffeu, und da er nun unter der Fahne der „Vorurtheilslosigkeit und Unparteilichkeit^ ficht, so hat er den Leser überrascht kund den — unvorsichtigen überwältigt,- bevor dieser es geahnt. Aber sieh dich vor, gewaltiger Kämpe, Dein kritischer Scharfsinn ist selbst zur Leidenschaft geworden, er blendet Dich, und anstatt in das Reich neuen, regen Lebens, geräthst Du in ein eigenes Reich des Todes und der Todten, wo die Trostlosigkeit Dich erdrücken muß. Bauer ist bereits so weit gekommen, daß er Alles, was ist, als schlecht ansieht, dem das Nichtrecht und die Falschheit zum Lez bensmittelpunkt geworden, und er gehört ganz und gar j der Klaffe von Denkern an, welche nicht eine fröhliche! Entwickelung der Menschheit aus dem Bestehenden heraus i erkennen, sondern diese Entwickelung in die völlige Ver-

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