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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-11-19 · Heft 47 (19.11.1842) · p. Seite 690

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 47 (19.11.1842)
Date
1842-11-19
Page
Seite 690 (sequence 2)
Language
German
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Salomon Hirsche! nach fast fünfzigjähriger Führung seines Amtes, wozu er ursprünglich nur für eine, die Duke's - Place'er Synagoge erwählt war. Wir behalten uns nähere biographische Notizen vor, denen wir nur die Eine voranschicken, daß der Einfluß und das Vermögen, die sich dieser Mann in seinem Amte erworben hat, wenige Beispiele finden. Seine Stelle wird in derselben Weise wol nicht wieder besetzt werden, und es wird sich unter den englischen Juden eine bedeutende Meinungsverschiedenheit bemerklich machen. Frankreich. — Der Baron v. Rothschild und mehrere der Angesehensten seiner Glaubensgenossen haben dem österr. Konsul in Damaskus, zugleich mit einem Dankschreiben für seine Verwendung, eine goldene mit Diamanten besetzte Dose zum Geschenk übersendet. Oesterreich. Prag, 26. Oktober. Unsere Stadt wurde heute durch ein Leichenbegängniß in Bewegung gesetzt, das, einem unserer edelsten Mitbürger geltend, zugleich ein erfreuliches Zeugniß der Sinnesweise der hiesigen Bewohner bildet. Der Fabrikant L. Jerusalem — wegen seiner vielen Bürgertugcnden kürzlich vom Kaiser mit dem Prädikate „Edler von Salemfels" in den Adelsstand erhoben — hatte als Direktions- Mitglied unseres Gewerbe-Vereins die Mission zur Berichterstattung über die Mainzer Industrie-Ausstellung übernommen, wo er an einem anfangs unscheinbaren Leiden erkrankte, das jedoch nach einem dreiwöchentlichen Krankenlager seinen Tod herbeiführte. Er war ein Vater der Armen, nicht nur seiner Israelitischen Glaubensgenossen, sondern aller, die seiner stets bereitwilligen Hülfe bedurften, überall in erster Reihe, wo es Förderung gemeinnütziger Zwecke galt, und so war die allgemeine Theilnahme leicht begreiflich, als gestern die Nachricht seines Todes gleichzeitig mit seiner von Mainz hierher gebrachten Leiche eintraf. (Pr. St. Z.) Deutschland. Aus Mittelfranken, im Oktober. (Privatmitth.) Der Distriktsrabbine, Herr Grünbaum in Ansbach, ertheilt den Sträflingen, israelitischer Konfession, die in der Strafanstalt Lichtenau sich befinden , von Zeit zu Zeit Religionsunterricht. Es ist dieß ein Unternehmen, das Unterstützung verdient. Und so hört man denn auch, daß der sehr humane Verwalter des Zuchthauses sich unmittelbar an Se. Majestät den König mit der Bitte gewendet habe, dem genannten, verdienstvollen, jungen Rabbinen für diesen Unterricht eine angemessene Remuneration zu bewilligen. Bei dem bekannten religiösen Sinn unseres Königs läßt sich erwarten, daß diese Bitte nicht unerfüllt bleiben werde. — —. Es war hin und wieder - davon die Rede, israelitische Gemeinden als solche seien gesonnen, Seiner Königlichen Hoheit dem Kronprinzen ein Hochzeitgeschenk zu bringen. Dieß ist übrigens nicht geschehen. Es läßt sich auch nicht vermuthen, daß das, was man uns geben will oder wird, von dem abhängt, was wir geben; denn sonst hätten wir längst gleiche Rechte mit den christlichen Brüdern. Mit dem Kronprinzen zugleich wurden 35 Paare aus allen Gauen des Landes in den Kirchen ihrer Konfession in München getraut. Ein israelitisches Paar war nicht darunter, da nur Christen dazu eingeladen wurden, r- —. Der berüchtigte Lehrplan des Rabbiners in Schwabach, eine Ausgeburt früherer Jahrhunderte, ist kurze Zeit nach seiner Geburt wieder verschieden, er ist zu den Vätern eingegangen, für welche er zunächst berechnet schien. Das k. Ministerium hat ihn, der die alten Chedarim wieder hcraufbeschwören wollte, für „gemeinschädlich" erklärt, und somit hat diese Landplage den Distrikt Schwabach wieder verlassen. München, 15. Oktober. (Prioatmitth.) Die hier erscheinende „Allgemeine Zeitung für Chirurgie, innere Heilkunde und ihre Hülfswissenschaften" enthält in No. 42 vom heutigen Tage ein „Offenes Sendschreiben an Herrn Professor Edlen von Rosas" von vr. Oettinger, welches schlagend und treffend die Insinuationen dieses Mannes zurückweist. Wir führen, diesen Gegenstand hiermit abschließend, Eini-

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