Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1842)
- Date
- 1842-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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VI. z-hrg-mg. Allgemeine No. 46. Zeitung des Zvdenthnms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Berlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigfter Concession.) Leipzig, den 12. November 1842. DieseAeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22-J- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburgs den 1. November. Das letzte Wort an Hrn. Hermes in Köln. Wenn unsre Erwiederung auf die letzte Entgegnung des Herrn Hermes (No. 235 der Köln. Zeit.) so lange angestanden, so dürfen unsre Leser nicht vermuthen, als ob diese Erwiederung eine besonders sorgfältige Vorbereitung, gelehrte Untersuchungen, kurz ein Anhäufen von Baumaterialien erforderte, was in kürzester Zeit nicht zu beschaffen gewesen — sondern zuerst daß wir den letzten Ausfall des Herrn Hermes erst spat in die, Hände bekamen, dann daß, da Hermes selbst verkünde^ nicht ferner antworten zu wollen, wir auch nichts mehr mit ihm zu machen wissen — denn bewahre uns der Herr, sagen zu wollen, Hermes könne Nichts mehr sagen: denn das Gegentheil zeigt er ja, indem er zu guter letzt noch die alte verrostete Waffe des talmudischen Wuchergesetzes (!!) hervorholt, und damit auf die Kinder Israel loshaut — dies ließ uns saumseliger sein. Wir wollen unS daher hier beschränken, die ganze Streitangelegenheit in ein Re, ferat zu bringen, und einige erbauliche Betrachtungen daran zu knüpfen. Erste Strophe: Die Kölner Zeitung läßt Herrn Hermes vom pythischen Dreifuß herab seinen politischen Sermon über die Emanzipation der Juden halten. Es wird darin zugegeben, daß die Gleichstellung der Juden vernunftgemäß und gerecht sei. So lange aber der Staat noch nicht vernünftig und gerecht, sondern ein christlicher Staat sei: könne auch die Gleichstellung der Juden nicht bewerkstelligt werden, sondern es handle sich nur um etwas mehr oder weniger Rechte. Uebrigens seien die Juden ein sittlich verwabrlostes Geschlecht. Erste Antistrophe: Der Redakteur dieser Zeitung nimmt das Schwert in die Hand und stellt sich in Parade, er wirft den Fehdehandschuh dem Herrn Hermes in's Angesicht, in der Rheinischen und in dieser Zeitung. Er behauptet, es könne eine Ausschließung von bürgerlichen Rechten nicht christlich sein, weil dies überhaupt antireligiös wäre, es wäre also, dem Christenthum die Unterdrückung der Menschenrechte im Juden in den Busen schieben, eine Falschheit falscher Christen. Ferner was vernünftig und gerecht sei, müsse wenigstens, wenn es noch nicht verwirklicht worden, angestrebt werden, und das Gesetz solle die Leidenschaften und Vorurtheile bändigen, nicht aber nähren. Was die sittliche Verwahrlosung beträfe, so werde Beweis gefordert. Zweite Strophe: Herr Hermes, des Gegners nicht versehen, ist sehr erbittert, und antwortet durch vier Foliospalten der Kölner Zeitung. Er „jüdelt" an dem Gegner wacker umher, wirft dem Juden Haß gegen das Christenthum vor, und bringt endlich als Beweis seiner Verläumdung eine unterdeß bereits offiziell widerlegte sta-! tistische Berechnung vor, droht mit Mehrem, schützt seine I Zurückhaltung vor, und stützt sich auf ein Machwerk von