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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-11-05 · Heft 45 (5.11.1842) · p. Seite 672

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 45 (5.11.1842)
Date
1842-11-05
Page
Seite 672 (sequence 12)
Language
German
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672 derrede an dem losen Gebäude der Vorurtheile rüttelt, ist, ich will nicht sagen, Alles, aber immer doch sehr Viel gewonnen. Ein gleich anfänglich besonders günstiges Resultat wird Niemand erwarten; ich kann ein solches auch nicht einmal von spaterer Zeit berichten. Doch will ich getreu sagen, welche Anforderungen laut wurden und danach den Thatbefund der hiesigen Israelitischen Gemeinde angeben. Was also gefordert wurde? Just nichts Neues; das allbeliebte Geschrei: die Juden sollen an ihrem Glauben und dessen Ritus schmieden und künsteln, bis wir nicht mehr sehen können, daß sie Juden sind; ferner sollen sie sich Gewerben und anderen Bestrebungen, wie sie Christen üben, zuwenden, und sich durch erhöhete Kultur der Emanzipation würdig machen. Dies ist der reale Inhalt des sinnlosen Geschwätzes, welches man noch immerfort von „gelehrten Männern" mit einiger Modulation! so oder so ausrufen hört. Da ich mich im Allgemeinen auf hervorgetretene Entgegnungen beziehen darf, so will ich mich an eine Darstellung der Bestrebungen unserer Juden halten, um nächstdem eine Nutzanwendung aus der gezeigten Wirklichkeit auf die christlichen Anforderungen zu ziehen. Wie also verhielt und verhalt sich dem gegenüber die israelitische Gemeinde in Hildesheim? Was die erste Forderung betrifft, so müssen wir unseren Israeliten rühmend bekennen, daß sie in größter Anspruchlosigkeit, in stiller Bescheidenheit ihren Glauben festhielten und auf jede Weise suchten, anstoßende Aeußerlichkeiten ihres Ceremoniells den, Aergerniß nehmenden Augen zu entziehen. Wir müssen gestehen, daß wir durchaus keine schroffen Seiten wissen, vielmehr üben die hiesigen Israeliten ihren Gottesdienst in möglichster, aber würdiger Stille. Ein Uebriges aber verlangen kann nur ein Bethörter, der entweder seinerseits vom Glauben nichts mehr zu vergeben hat oder blinder Orthodox ist. Die Gegensätze letzterer Art wollen wir zu unserer Nutzanwendung noch einmal aufnehmen. — Da nun sonach die israelitische Gemeinde keinen Vorwurf von den Christen erfahren kann, so dürfen wir uns zum zweiten Punkte wenden. Hier, wo es sich um die Zuwendung zu Gewerben, zur Wissenschaft u. s. w. handelt, müssen wir zwei Theile abscheiden, einen rühmenswerthen, und einen minder erfreulichen, der indeß seiner rechtfertigenden Ursachen nicht ermangelt. Trotz des abschreckenden Hindernisses, welches sich darbot, daß nämlich kein Israelit in eine Gewerbezunft ausgenommen oder im Staatsdienste angestellt werden konnte — daß die neuerdings gewährte Hoffnung zur Beseitigung desselben doch bald sich erfüllen möge! — freuet es uns, sagen zu können, wie rege Bestrebungen der Art sich geäußert haben. Wir stoßen hier auf manchen Namen, der eine Anerkennung verdimt und finden, bei Erwägung der Entmuthigungen, mehr, als gehofft werden darf. Nicht allein daß sich viele Individuen mit Erlernung von Handwerken befaßten; es sind auch mehrere vorhanden, welche^ sich den Wissenschaften und Künsten ergeben haben und gewiß nicht die schlechtesten in ihren Leistungen geblieben sind. (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Die verordnete Schulkommission der hiesigen Gemeinde sucht für eine zu errichtende Schulanstalt für die gesammte, religiöse und bürgerliche Ausbildung der Jugend einen durch Kenntnisse, Fähigkeiten und religiös sittlichen Charakter hinreichend qualisizirten (unverheiratheten) Oberlehrer gegen einen fixen jährlichen Gehalt von 200 Thlr. Crt. Ein Solcher, der bereits einer größeren Schule vorgestanden, würde den Vorzug erhalten. Anmeldungen, in frankirten von Attesten begleiteten Briefen, sind möglichst bald Unterzeichnetem zuzusenden. Emden im Oktober 1842. Der Landrabbiner Hirsch. Druck von I. B. Hirschfeld<

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