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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-08 · Heft 41 (8.10.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 41 (8.10.1842)
Date
1842-10-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 41. vi. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zU L eipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnödigfter Concession.) Leipzig, den 8. Oktober 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 4 Ngr. (18 g@r.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 22. September. Ter Aufruf, ein jüdisches Hospital in Jerusalem zu gründen, kann nur jedem wahrhaft israelitischen Herzen zu vieler Befriedigung gekommen sein, und von welcher Seite man auch den Gegenstand betrachtet, verdient er eifrig gefördert zu werden. Denn selbst im Allgemeinsten sehnt sich wohl ein Jeder bei dem unaufhörlichen Sprechen und Schreiben nach einer That; ein Jeder will, des ewigen Polemisirens und Apologisirens überdrüssig, einmal ein Stück Wirklichkeit, eine Schöpfung vor sich sehen, die ihm erwiese, daß das Leben, daß die schaffende Kraft nicht bloß auf der Oberfläche, sondern auch tief im Herzen mächtig wa te. Tann: dk§ Judenthnm wird immer mehr in einen Kampf hineingeriffen, den es nicht hervorgerufen, dem es aber entgegcnzutreten, den Willen zeigen muß. Die Anstrengungen der christlichen Missionsgesellschaften gegen das Judenthum werden immer größer, und je unbedeutender ihre Erfolge, desto bedeutender werden ihre Mittel. Diese Mittel sind es, welche uns nicht gleichgültig lassen dürfen, welche uns bewegen müssen, gleiche Mittel aus uns zu entwickeln. Je offenkundiger alles Dies nun an das Licht tritt, desto weniger werden selbst unsre Gegner es uns verargen, wenn wir unsere Glaubensgenossen zu thatkräftigen Aeußerungen Heranrufen. Ta die „Bekehrung der Inden" auf ebnem Wege nicht gut vor sich will, so versucht man es mit den Höhen, und hat es namentlich auf den Berg Zion abgesehen. Die Mildthätigkeit, der Beistand in der Noth soll daselbst die Pforte sein, durch welche man in das jenseitige Gebiet hineinleitet. Nicht unpassend und nicht übel erdacht. Um so mehr sind wir darauf angewiesen, die Unsrigen dem Aeußersten nicht auszusetzen, sie der Hülfe nicht bedürftig zu lassen. Gehen wir nun aber Ln die positive Seite ein: so wäre cs doch sonderbar, während Mohamedaner und Christen zu Jerusalem in religiöser Beziehung stehen, und diese Beziehung immer enger knüpfen, ohne daß damit ihrer besondern vaterländischen Gesinnung Ln irgend einer Art zu nahe getreten wird, wenn wir, die Abkömmlinge der früheren Besitzer des Landes, deren ganze religiöse Existenz mit tausend Fäden an jenen ewig denkwürdigen Ort geknüpft ist, uns verhindern lassen sollten, auch in einer wirklichen Erscheinung daselbst repräsentirt zu sein, aus der Befürchtung heraus, wir würden weniger als Söhne unsrer europäischen Staaten betrachtet und der Sehnsucht nach Jerusalem voll verschrieen werden. Noch sonderbarer aber wäre es, wenn wir wirklich nicht den Drang fühlen sollten, endlich einmal wieder ein Stück Eigenthum in den Umgebungen Zion's zu besitzen, und wäre es nur, wo ein kranker Pilger sein müdes Haupt hinlege. Wie? sollen wir rn den Umkreisen un'rer alten Herrlichkeit stets nur als zerlumpte Bettler, Ln zerfallenen Wohnungen und noch zerfalleneren Syn-

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