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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-24 · Heft 39 (24.9.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 39 (24.9.1842)
Date
1842-09-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VI. Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung -es Zudeuthums. Ein unpartheiisches Organ für alles Mische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. . KU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 24. September 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 221 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere l hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 11. September. Die in No. 17 u. 24 d. I. in diesen Blättern von uns gegebene Anregung zur Gründung einer Missiönsgesellschaft des Judenthums hat bis Ln die ent- - ferntesten Länder hinein ihre weckende Kraft getragen. Es versteht sich von selbst, daß eine solche, den Zeitbedürfniffen entsprechende, aber unter obwaltenden Umständen sehr langsam zu verwirklichende Idee nicht sofort ihre Früchte zu Tage bringen kann: es ist ein Bau, an dem viele Kräfte und viele Tage arbeiten müssen. Jndeß sind wir bereits auf ein Materielles hingewieseu, welches zuerst einen äußern Sammelpunkt abzugeben vermag. Es liegen dem Folgenden mehre Zuschriften aus dev Türkei zu Grunde, und hat sich bereits eine Gemeinde aus der europäischen Türkei bereit erklärt, 100 Du-* taten zu dem, sofort zu erwähnenden Zwecke herzugeben. Es gilt nämlich: ein jüdisches Hospital in Jerusalem zu gründen. Es geht aus umständlichen Berichten hervor, daß,! wie Viele Israeliten aus allen Theilen der Erde, nament-? lich aus dem östlichen Europa, jährlich nach dem heiligen! Lande unsrer Väter wandern, um daselbst entweder eine j Zeitlaug zu weilen, oder ihr Leben zu beschließen: diese i in allen Erkrankungsfällen der hülflosesten Lage preisge- I geben sind. An den meisten Orten des Orients ist die europäische wissenschaftliche Medizin gänzlich unbekannt, und wo sie bekannt ist, fehlt doch jedes Mittel, ihrer Wohlthatcn theilhaftig zu werden. Sollen sich die Erkrankten, wie die Eingebornen thun, in den kritischesten Momenten alten Weibern, Arabern, Türken, Zigeunern n. dgt. anvertranen? Schon das Mißtrauen tödter sie, und so zeigen die traurigsten Resultate, daß sie meist den Tod in passiver Hingebung hereinbrechen sehen müssen, selbst da, wo derselbe noch durch kräftige ärztliche Hülfe abgewehrt werden könnte. So wenig wie aber von ärztlicher Hülfe in Palästina die Rede sein kann, ebenso wenig ist irgend eine Krankenpflege überhaupt vorhanden, in einem Lande, wo Insolenz und Indolenz, Aberglauben und arrogante Geheimnißkrämerei, Roheit und Ueberspanntheit Hand in Hand gehen. Die meisten eingewanderten Israeliten stehen dort kinderlos da; sie haben ihre Kinder daheim gelassen, und sind am Abend ihres Lebens hingepilgert. Hierzu kömmt, daß ein solches Hospital mit mehren wissenschaftlichen Personen unsres Glaubens versehen, der Träger israelitisch-europäischer Kultur im Orient, der! Mittelpunkt, von wo für das Seelenheil unsrer orien-! talischen Brüder weitausgreifend gewirkt werden könnte,! der Koncentrationspunkr aller Bestrebungen für das Heil j unsrer väterlichen Religion im Oriente werden würde. | Wir haben in Europa viele jüngere jüdische Aerzte, die! ebensosehr für ihre Wissenschaft, wie für ihre Religion

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