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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-17 · Heft 38 (17.9.1842) · p. Seite 571

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 38 (17.9.1842)
Date
1842-09-17
Page
Seite 571 (sequence 15)
Language
German
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571 als Kommissare nach Holland gesandt wurden, um zu untersuchen, wie es dort mit den Schulen aussieht und was daselbst zu thun wäre, um sie auf den nämlichen Fuß wie in Frankreich zu organisiren: indem diese Herren, die man ganz gewiß als kompetente Beurtheiler betrachten darf, unumwunden erklärten, sie hatten die Schulen Ln Holland so gefunden, daß sie Se. Majestät rächen würden, das Unterrichtswesen Ln Frankreich vielmehr nach dem in Holland umzubilden! Die Israeliten hatten seit 1798 ihren Antheil an den öffentlichen Schuten, wie an allen Instituten, und nur für religiöse und theologische Gegenstände hatten sie ihre eigenen. Schulen; und daß die jüdische Jugend die christlichen Schulen fleißig besuchten und sich auszuzeichnen wußten, geht zur Genüge hervor aus einer Rede, welche eine Magistratsperson in Amsterdam gehalten, als in einem der Jahre 18*'4, 15 oder 16 (ganz bestimmt können wir das Jahr nicht angeben) die öffentliche Preisvertheilung unter den Zöglingen der öffentlichen Schulen dieser Stadt geschah: „man müsse sich nicht „wundern, sagte der Redner, daß Ln diesem Jahre „weniger Preise zu vertheilen sind, wie in „den frühern, welches daher kömmt, d^ß die „meisten israelitischen Kinder unsere Schulen „verlassen haben, um ihre eigene Schulen zu „besuchen, und es ist bekannt, daß die Zög- „linge dieses Glaubens stets die fleißigsten „und aufmerksamsten fink" — Nachdem nun das Königreich der Niederlande aus so heterogenen Theilen zusammengestellt war, und das holländische Unterrichtwesen auch in Belgien eingeführt werden mußte, hielt die Regierung es für^rathsam, Kraft Verordnung vom 10. Mai 1817, den israelitisch-religiösen Unterricht zu organisiren. Diese Verordnung ist so zweckmäßig abgefaßt, daß sie fast nichts zu wünschen übrig ließ; und es wurde auch darin bestimmt, ob und in wiefern diese Schulen auf Unterstützung von der Regierung zahlen können. Obschon nun die Brüsseler Synagoge, wie gesagt, bereits 1817 organistrt worden, konnten es ihre Vorsteher Ln den ersten Jahren doch nicht so weit bringen, ihrer Schule das leisten zu lassen, was erfordert wurde, um auf ein Subst'dium Anspruch machen zu könnentheils weil die Jugend während der letzten Jahre unter französischer Botmäßigkeit so sehr zurückgekommen war, daß jungen Leuten von beiderlei Geschlecht, die 18—20 Jahre alt waren, noch das Lesen und die ersten Kenntnisse beigebracht werden mußte, thekls weil es an tüchtigen Subjekten für Lehrer fehlte. Allein die Holl. Regierung, anstatt wie Herr C. behauptet, sich nicht um den Unterricht zu bekümmern, drang im Gegentheil so sehr auf die Errichtung einer Schule, und drohete die Hauptsynagoge zu einer Nebensynagoge vom zweiten oder dritten Range herabzusetzen, wenn damit länger gezögert würde, daß der Gemeinde- Vorstand 1819 eine Schule errichtete, worin es aber einstweilen beim ganz ersten Elementarunterricht blieb. (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen lj Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Das Buch der Hagen n n d L e g e n - e n Zl'idischcr Vorzeit. Nach -en Quellen bearbeitet nebst Anmerkungen und Erläuterungen von Abraham M. Terrdlarr. 8. drosch. Preis 1 fl. 48 kr. Der Verfasser führt uns meist in gebundener Rede eine Reihe altjüdischer Sagen und Legenden vor Augen, die sich nur zerstreut in vergilbten, in nur dem rabbinisch Gebildeten, verständlichen Büchern finden, und nur noch hie und da im Munde Einzelner leben. Indem derselbe diese gleichsam versunkenen Schätze aus der Tiefe der Vergangenheit wieder ans Licht zieht und in neuer Gestalt und Bearbeitung uns bietet, hat er sich gerechte Ansprüche nicht blos auf den Dank ferner Volksgenossen, sondern auch auf die Beachtung des übrigen Publikums erworben, dem sein Buch neben einer anziehenden Unterhaltung, tiefe Blicke in die Ekgenthümlichkeiten und das innere Leben einer so oft vielseitig aufgefaßten Klaffe von Menschen gewährt. Der asketische Werth des Buchs macht es btt der trefflichen Moral fast sämmtlicher Stücke auch als paffende Festgabe für die höhere Jugend und andere Familienglieder empfehlenswerth. I. F. Cast'sche Buchhandlung in Stuttgart.

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