Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1842)
- Date
- 1842-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Beilage zur Allgemeinen Zeitung des Judenthums No. 39. I. Kosten den S. August L84S. In No. 29. dieser Zeitung befindet sich ein Inserat von einem Sohne des Rabbiners zu P...., in welchem derselbe mehreres Unwahre anfübrt. Ec glebt an, daß der Vorsteher der hiesigen Korporation seinem Vater bei dessen JnstaUirung einen Gratulationsbesuch abgestattet, führt eine Aeußerung dieses Vorstehers an, die freilich albern genug, um ihr Folge-zu geben. Diese hier zur Rechtfertigung des Herrn Rabbiners herbeigezogene Person ist der Unterzeichnete; denn er war damals Vorsteher seiner Korporation und er sieht zur Steuer der. Wahrheit zu erklären sich bemüßigt, und betheurt es bei Gott, daß an dem Gesagten kein Jota wahr ist. Er war nicht bei der JnstaUirung dieses Rabbinen, hat demselben keinen Gratulationsbesuch abgestattet; denn er gehört nicht zu denjenigen, welche die Acquisition dieses Rabbi für ein Glück für P.... und die Provinz ansehen, und wer ihn kennt, wird ihn einer solchen Heuchelei unfähig halten; auch hat er keine Aeußerung abgegeben, die in Bezug auf die hiesige Korporation am aUerwenigsten richtig angebracht gewesen wäre; denn diese, es ist bekannt, ist immer noch mit eine der wohlhabendesten; bloß vor stellte er, welchen Nachtheil es haben müßte, wenn die P .... er Korporation zu dem kleinen Beitrage für die Korrigenden aus ihrer Mitte sich nicht sollte verstehen wollen, da die hiesige, nur aus einigen und dreißig Mitgliedern bestehende die Verpflegung der sich von Jahr zu Jahr mehrenden Korrigenden in der Folge nicht zu übernehmen im Stande sein wird und von andern Korporationen wenig zu erwarten ist, wenn die zu P .... so ganz und gar, sich zurückziehen sollte. Dieses blieb unbeachtet und auch die weitern Schritte, die dann beim Vorstande gethan worden sind, hatten sich keines Erfolges zu erfreuen. Sie, geehrtester Herr Redakteur, der Sie sich so warm für die Sache interessirt haben, ersehen nun, daß Sie es für keine Unwürdige gethan und erhalten sie hier den Dank einer ganzen Gemeinde für ihre wiederum an den Tag gelegte Theilnahme. Möge Sie Gott zum Heile des Judenthums noch recht lange fortwirken lassen. Wie es nun mit der letzten, den Brief betreffenden Angabe des Inserats sich verhalt, kann ein Jeder aus dem Gesagten leicht ersehen; denn was für eine Beweiskraft giebt ein Journal ab, das von dem Empfänger geführt wird. Die hiesige Korporation kann dem das Postjournal entgegen stellen, welches sich schon mehre, denen an der Sache gelegen war, haben zeigen lassen, unter andern auch Herr Rabbiner Dr. Hirschfeld, Er verzeihe mir der Wichtigkeit der Sache wegen die Nennung seines Namens. Und nun Herr Rabbiner erlaube ich mir einige Worte an Sie zu richten, wenn ich gesagt, daß ich Ihren Besitz für P.... und die Provinz für kein Glück halte, so habe ich hiermit keinen Tadel, an dem Ihnen übrigens wenig gelegen sein kann, aussprechen wollen, sondern zu meiner Rechtfertigung nur meine individuelle Ansicht angegeben, auch glaube ich sehr gern, daß, wiewol der Brief angelangt derselbe Ihnen doch nicht zu Händen gegeben worden sein mag; besitzen Sie nun, was ich nickt bezweifle, die Tugenden, die einen Rabbinen zieren sollen, so sind sie mir, wenn ich auch der Niedrigsten einer, eine Genugthuung schuldig, die ich nur in Ihrer Angabe des wahren Sachverhaltniffes finden kann. S. Honig. II. Ein Sohn des Rabb. in P— hat, um seinen Vater zu rechtfertigen, in einem, in der Z. d. I. abgedruckten und auf meintn Artikel sich beziehenden Inserat dem Publikum zwei Witze zum Besten gegeben, und zwar einen guten und einen schlechten. Der gute ist ein mathematischer Witz und verdient als Produkt eines genialen Kopfes alle Bewunderung, gereicht aber als ein Beweis, wie tief der S. d. R. in die Mathematik eingedrungen ist, seinem Vater eben so sehr zum Ruhm, als dessen Gemeinde zum Trost und zur Beruhigung.— Der zweite Witz ist ein historischer, d. h. gewissenlose Entstellung tatsächlicher Wahrheiten; allein es ist dieser Witz einer der schlechtesten seiner Art, denn die Entstellung ist zu plump und die Thatsachen sind im betreffenden Kreise zu bekannt. Bekannt ist, daß die 2 Korr., die der S. d. R. „Zwei Korrigenden^ schlechtweg nennt, als ständen sie zu ihm in gar keiner nähern Beziehung, zwei P—r Vagabunden sind, und es hatte demnach der hiesige Vorsteher volles Recht, auf Kostenentschadigung anzutragen. Wird nicht jede Kommune gesetzlich zur Erstattung der Kosten angehalten, die Eines ihrer Mitglieder einer andern durch Krankheit z. B. verursacht? Nun ließe sich im vorliegendem Falle auf gerichtlichem Wege natürlich Nichts erwirken; allein eine Gewissens-