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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-10 · Heft 37 (10.9.1842) · p. Seite 553

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 37 (10.9.1842)
Date
1842-09-10
Page
Seite 553 (sequence 9)
Language
German
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553 Aufsatze gegen die Ausübung der Heilkunst durch israelitische Aerzte Gründe angeführt werden, die weder in wissenschaftlicher noch in historischer, staatskluger, religiöser oder humaner Beziehung zu rechtfertigen sind, so zeigt sich überhaupt die erhobene Klage des zu vielen Vorhandenseins israelitischer Aerzte an und für sich schon als unwahr bei Berücksichtigung deS Umstandes, daß unter mehr als 350 Aerzten und gewiß weit über 150 Wundärzten, die z. B. Wien zählt, nur acht Fakultätsmitglicder israelitischen Glaubens sich befinden, ein Verhältniß, das in den übrigen Städten der Monarchie für die Israeliten noch weniger numerisch dem Religionsbekenntnisse des gesammten ärztlichen Personals unangemessen erscheint, selbst in dem Falle nicht, wenn nach dem, ohne Zweifel wohldurchdachten Vorschläge des Professors v. Rosas, es den israelitischen Aerzten nur gestattet sein sollte, Kranke aus der Mitte ihrer Religionsgenossen zu behandeln, dagegen aber auch wir Christen nur von Aerzten unsers Glaubensbekenntnisses behandelt werden sollen. Dbwol es nun anfangs schien, daß die, besonders den toleranten Gesinnungen des hiesigen Publikums so sehr widerstrebenden Darlegungen des Professors v. Rosas blvs vor dem Forum der öffentlichen Meinung gerichtet werden sollten, so kam diese für den Freund der wahren Wissenschaft wie der Menschheit gleich sehe betrübende Angelegenheit doch auch zur amtlichen Verhandlung. Da Prof. v. Rosas nämlich gegen die israelitischen Militairärzte auch nicht den' Schein eines Unrechts aufzubringen wußte, so begnügte er sich, dieselben durch folgenden Satz zu verdächtigen: „In der österreichischen Armee sind bereits dermalen mehre jüdische Aerzte angestellt; doch die Zeit hat über den Erfolg dieser Maßregel noch weiter zu entscheiden, sie ist noch zu kurz, das Institut zu neu, der Israelit als geborener Handelsmann zu vorsichtig!" Zwei hier garnisonirende israelitische Militairärzte beschwerten sich daher über eine so harte wie unverdiente Verunglimpfung unmittelbar bei dem Präsidenten des Censurwesens und baten um die Bewilligung, in eben so unbeschränkter Weise, wie sie vom Professor v. Rosas angegriffen worden, denselben auch mit der nölhigen Freiheit der Debatte widerlegen zu dürfen. Dem Vernehmen nach soll der betreffende hohe Staatsmann in seiner bekannten humanen Weise dies zugestanden haben, mit dem Vorbehalte, zuvor den rücksichtslosen Censor jenes Artikels zur Verantwortung zu ziehen. Indessen zeigte es sich bei Abfoderung des Manuskripts, daß der Censor, weit entfernt, die maßlosen und ungerechten Ausfälle des Prof. v. Rosas zu mäßigen, selbe vielmehr, trotz des Abgangs faktischer Beweisgründe, durch Beifügung harter Ausdrücke noch gesteigert habe. Die Sache bleibt nun ohne weitern Erfolg. Belgien. Brüssel, 15. August. Der israelitische Bankier M. Cohen in Antwerpen, gebürtig aus Bonn, welcher erst kürzlich die belgische Naturalisation erhalten hat, ist zum Ritter des spanischen Jsabellen-Ordens ernannt worden. Geschichte. (Aus dem neunten Jahresberichte des historischen Vereins für Mittelfranken. 1839.) „Ueber die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken." Mitgetheilt von I. M. Fuchs, Professor in Ansbach. (Fortsetzung.) In Haarburg und Mönchsdeppingen kommen 1671 186 Juden vor. Schutzbriese finden sich von dem Grafen zu Dettingen, Albrecht Ernst und dem Markgrafen zu Brandenburg, Ernst. Die Ansaffigmachung derselben fällt in gleiche Zeit mit der Vertreibung der Juden aus Höchstädt und Monheim. In Dettingen waren sie schon im 14. Jahrhundert im Besitz von Gütern. Für Dettingen und Wallerstein gilt das Privilegium Ludwig des Bayers und Wenzels. Das Aller der Gemeinde zu Wallerstein geht aus den ceremonicllen Gebräuchen hervor; ihre Verbindung mit Regensburg ist durch das Alter der Grabesstätten angegeben und geht bis hinter das vierzehnte Jahrhundert zurück. Die Verfolgungen, welche sie um jene Zeit zu erdulden hatten, geben deutlich zu erkennen, wie reich und begütert sie wa- 37

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