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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-08-20 · Heft 34 (20.8.1842) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 34 (20.8.1842)
Date
1842-08-20
Page
Seite 515 (sequence 15)
Language
German
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515 dem Herrn Tiktin etwas entziehen zu wollen; er sollte vielmehr, worin auch ich willigte, die Trauung wie bisher ungeschmälert vollziehen, jedoch sollte von mir eine Traurede, und wie natürlich, wahrend des Trauungsritus gehalten werden. Herr T. weigerte sich, und so entschlossen sich denn Mehre, welchen eine würdige Trauungsfeier nicht gleichgültig war, die^ganze Trauung mir zu übertragen, ein Verfahren, welches selbst dann, wenn das Landesgesetz auch nicht einem jedem Privatmanns Trauungen vorzunehmen gestattete, vom Vorstande nicht anders als gebilligt werden mußte, da er weder den Wunsch nach einer Traurede, noch die Vornahme von Trauungen durch irgend einen der von ihm angestellten Rabbiner abweisen konnte. Es ist jedoch wieder ein Zeichen der rücksichtvollsten Schonung, daß, fast so oft ein Fall der Art vorkam, die größte Mühe angewandtwurde, Herrn Tiktin zur freundlichen Nachgiebigkeit zu stimmen, ohne daß es gelang, Was Herr Tiktin zu einer solchen Weigerung veranlaßte, ist schwer anzugeben; dennoch klagt er in Beziehung darauf S. 16 seiner Darstellung, es feien Eingriffe j in seine Rechte (?) gethan, er in seinen Subsistenzmitteln geschmälert und seine Ehre gekränkt worden." (Schluß folge.) Literarische Nachrichten. Ezenstochau, 11. Juli. (Privatmitth.) Es sind im Laufe dieses Wahres zwei schätzbare Werke von jüdischen Gelehrten in Warschau erschienen. — Das eine Kwiaty wscbodnie (Orientalische Blumenlese) von A.! Büchner ist bereits in der allgem. Zeitung des Juden-! thums bei der Ankündigung beurtheilt worden, und hat! sich eines allgemeinen Beifalls zu erfreuen. Das Zweite! y-iNft mnbm (eine hebräische Naturgeschichte). Erster! Theil Zoologie"), von I. Scheinhak in Suwatki, ist > das einzige in seiner Art, und übertrifft an Reinheit des! Ausdrucks bei inhaltreichem Texte viele dergleichen he-! braische Uebersetzungen. — Es ist nicht nur für den; Naturforscher durch den Inhalt selbst, sondern auch für j die Exegetik der Bibel und die Interpretation mancher i dunkler Stellen im Talmud und den Midraschim durch! die zahlreichen Anmerkungen, als ein überaus wichtiges Handbuch zu empfehlen. — So z. B. beweiset der Verfasser (Seite 207 Anmerkung 167) daß unter dem Ausdrucke ntta bs2 (Psalm 58, 9) die Blindschleiche verstanden werde, die wie bekanntlich bei der geringsten Berührung in Stücke zerfallt, und daher auch den Namen Bruchschlange führt. — Hierbei zitirt er T© nw (Cantica 5, 14) auch mit 8 in Sanhedrin 108 bnn btt nr>ttttN. — Es bedeutet demnach ntti* b&3 die Zerbrechlichkeit des Thieres, und das Prädikat bn tt':tt rm, das sich zugleich auf bibntt bezieht, dessen Blindheit. — S. 193 Anmerkung 157 wird der dunkle Vers in Hiob 3, 8 *jrpib erläutert. — Auch will der Verfasser (Seite 67 Anmerkung 67) den Luchs, seines scharfen Gesichtes wegen “nitt1' (nach dem Bibelverse y,bri2 ‘■nitt1' Vip (Zephania 2, 4)] nennen, es heißt nämlich rmtttf D^pfitt "ntti u. s. w. Daher auch dies Thier Ostcowidz in unsrer Landessprache heißt"). v. N. St. Petersburg. Die Haube- und Spenerssche Zeitung giebt einen Auszug aus dem Bericht des Herrn Ministers der Aufklärung in Bezug auf Rußlands Censur-Wesen im Jahre 1841. Darin heißt es unter Anderm: Die hebräische Literatur Polens lieferte acht neue Werke, welche sammtlich von der Eensur approbirt wurden. Aus Deutschland und andern Staaten waren eine große Menge Werke, theils in hebräischer, theils in hebräisch-deutscher Sprache, an 42,000 fassend, in Polen eingebracht worden. Von den aus dieser Rubrik unbekannten 125 Werken verbot die Eensur nur zwei, 123 wurden, mitunter mit starken Ausschnitten, zur Verbreitung erlaubt. In der Gesammtzahl betrugen die 1841 in Polen rezensieren handschriftlichen Werke 334; die aus dem Auslande eingeführten Bücher zählten 130,067 Bände. Während also in Polen geschaffene hebräische Werke nur den 41sten Theil aller ausmachten, war der dritte Theil der eingefüyrten Werke hebräisch. Red. der Allg. Zeit, des Jud.) Magdeburg, 9. August. (Privatmitth.) Da es nicht möglich ist, in diesen Blättern auch nur auszugs- *) Die Botanik und Mineralogie werden nächstens erscheinen. — *) Fast jede der 250 Anmerkungen enthalt dergleichen wichtige lexikalische Aufschlüsse alsr^"i8,n8p, irrm, u. m. a.

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