Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1842)
- Date
- 1842-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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'I Z°h-S°"g. Allgemeine No. 33. Zeitnng des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Nedactewr: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 13. August 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 i Ngr. (L8 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Seitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 28. Juli. Bor Kurzem gaben die „Blätter der Gegenwart" die Notiz, daß Europa nur gering von Juden bewohnt sei, da auf eine Bevölkerung von 260 Millionen nur 2 Millionen Juden kämen. Die Köuigsberger Zeitung gab diese Notiz wieder, und fügte hinzu: „und doch tritt dieses Häuflein so sehr in den Vordergrund?" Obgleich nun die Angabe der Bl. d. G. nicht richtig ist, da in den altpoluischcn Provinzen allein zusammen über 2 Millionen Juden leben: so giebt doch die Bemerkung der Königsb. Zeit, sehr Vieles zu bedenken, und frappirt. Was* heißt: in den Vordergrund treten? Nichts anders, als dieses geringe Häuflein hat eine nnverhältnißmaßige Bedeutung und Wichtigkeit in der europäischen Bölkerfamilie, erregt darum eine besondere Aufmerksamkeit, die ihm dem bloßen Zahlenverhältniß nach gar nicht zukäme. Dies zeigt sich auch praktisch: es liegen doch schwere, gewichtige Fragen der Gegenwart genug vor, und wenn die ehemaligen Territorialfragen der einzelnen Staaten aufgehört haben, so sind ihre Stellen von desto gewichtigeren eingenommen worden, welche die ganze Sozialität berühren und umfassen. Diese Fragen sind auch hinlänglich von allen Seiten ergriffen worden, so daß keine geringe tumultuarische Bewegung auf allen Gebieten der praktischen Philosophie daraus erwuchs. Und dennoch, mitten in diesen schweren Zusammenstößen nehmen die Angelegenbeiten der Juden einen breiten Raum der Dessen tlichkeit ein, sind interessant genug, wieder und immer wieder das allgemeine Publikum in Anspruch zu nehmen, und die Söbne der alten Europa stecken ihre Köpfe noch immer über Abraham's Abkömmlinge zusammen, und können der Sache nicht Meister werden. Man kann uns deshalb nicht beschnldigen, nicht wir beanspruchen so viele öffentliche Verhandlung, man ertheilt sie uns, oft wider unfern Willen. j Je mehr aber das Faktum, worauf die Königsb. Zeit. > aufmerksam macht, wahr ist, desto näher liegt die Frage:; woher kömmt dies? wessen ist dies Wirkung? — In Et- | was wollen wir diese Frage zu beantworten suchen. Eine ' äußere Macht besitzen die israelitischen Glaubensgenossen! durchaus nicht; denn die oft ihnen angeträumte Macht! des Geldbesitzes ist in der Wirklichkeit nicht vorhanden, j Einen großen Einfluß ans die Bewegungen des Kredits mögen die Inden besitzen, aber den Reichthum selbst haben sie nicht inne. Die wesentliche Macht des Grundbesitzes fehlt ihnen gänzlich, auf die europäische Legislatur sind sie von gar keiner Einwirkung, und in Kunst und Wissenschaft haben sie noch seit zu kurzer Zeit ein namhaftes Kontingent gestellt. Bloß als historisches! Problem können sie auch nicht allgemeine Aufmerksamkeit! auf sich ziehen, da ein solches nur den kleinern Kreis der! die Geschichte Erfassenden beschäftigen würde. Was ist es denn aber nun doch?- Sofern irgend eine Erscheinung eine besondere Bedeu-; tuug in den Augen der Menschen gewinnt, so muß dies