Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1842)
- Date
- 1842-08-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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TI. Jahrgang. ÄllgVMFtNe No. 82. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israeliltschen Gemeinde zu Magdeburg. (Mit König!. Sächsischer allergnädigfter Concession.) Leipzig, den 6. August Ib42. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — I Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gÄr.) für sechs Monate — 221 Ngr. (i£ gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Z'eitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeisungs-Expedition aUhier. unterzogen. Zeitungsnachrichten. Syrien. London, 16. Juli. Sir Moses Montesiore hat einen Brief von einem Englischen Reisenden aus Damaskus" vom;>. Juni erhallen, worin gemeldet wird, daß die Jsraelitischcn Brüder Harrari ihre Sklaven frei gegeben haben und ihr Möglichstes thun, um die anderen Israeliten in Damaskus zu demselben Schritte zu vermögen, und daß man sich von ihren Bemühungen einen glücklichen Erfolg versprach. (Man erinnre sich, daß auch auf Jamaika der erste, der seine Sklaven frei gegeben, ein Jude war. S. Mg. Zeit. d. Jud. 1d3^. No. 110. Redakt.) Italien. Von der italienischen Gränze, 8. Juli. (A. A. Z.) Wir erhallen aus Mantua nachstehende Einzelnheiten als Ergänzung unserer früheren Mittheilung, die nur insofern zu berichtigen ist, als die darin erwähnte Ohrfeige von dem jungen Israeliten, Namens Loria, in Erwiederung des erhaltenen Fußtrittes gegeben wurde. Beide Urheber des Konstiktes sind in Gewahrsam, und zwar hat sich Loria aus freien Stücken der Obrigkeit gestellt. Mittwoch den 6., also acht Tage nach dem ersten Auslaufe, waren die Mischen Kaufläden noch geschlossen; die Behörde hat aber bekannt gemacht, daß dieselben sich unter ihrem unmittelbaren Schutze befinden und die Inhaber nicht das geringste zu besorgen haben. Von dem Pöbel waren die Bewohner der umliegenden Ortschaften herbeigerufen worden, um die jüvischen Hauser plündern zu helfen. Die Obrigkeit hiervon unterrichtet, ließ die Brücken aufziehcn, die Thore sperren, und als die Landleute so ihr Vorhaben vereitelt sahen, ließen sie ihre Wuth an den außerhalb der Stadt liegenden jüdischen Landhäusern aus, die sie nieverrissen. Die bedeutendsten jüdischen Familien haben sich nach Venedig geflüchtet, und wahrscheinlich werden andere ihnen folgen. Dicß wäre ein unberechenbarer Verlust für Mantua, denn die dortigen Juden bilden den wohlhabendsten Theil der Bevölkerung. Aus Verona und Brescia sind zahlreiche Truppen eingerückt, welche die Rübe und Ordnung aufrecht erhalten. Ueberhaupt nimmt die Obrigkeil sich der Verfolgten sehr ' an und läßt nichts unversucht, um die Eintracht wieder herzustcllen. Auch der Ghetto in Verona wird fortwährend von Patrouillen durchzogen. Wir wollen indeß hoffen, daß diese Vorsicht bald nicht mehr nöthig sein werde. Wir leben ja nicht in Zeiten, wo Verfolgung an der Tagesordnung war, und wenn auch einzelne nicht erleuchtet sind, so erblickt doch die Gesammtheit in dem Juden den Menschen, 'den Mitbruder, als welcher er auch mit Recht überall behandelt wird.