Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1842)
- Date
- 1842-07-30
- Page
- Seite 467 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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467 lich auf das baldigste gefälligst zukommen zu lassen, verharren wir mik Hochachtung Ew. Wohlgeboren Breslau, den 23. Febr. 1838. ergebenste Das Ober-Vorsteher-Kollegium der hiesigen israelitischen Gemeinde." Darauf erfolgte nachstehende Erwiderung: „Wohllöbliches Ober-Vorsteher-Kollegium der Wohllöblichen Jsraeliten-Gemeinde. Auf Ihre geehrte Zuschrift vom 23. m. p. beehre ich mich ergebenst zu erwidern, daß, wenn ich auch die edle Absicht der würdigen Herrn Repräsentanten unserer Gesammt-Gemeinde nicht verkenne, kann ich dennoch in keiner Art einer Neuerung beistimmen, die sich mit den Prinzipien unserer Religion kcinesweges verträgt; auch nicht geeignet ist, den Frieden der Gemeinde zn erhalten, vielmehr nach meiner, durch einen Zeitraum von siebzehn Jahren meines Rabbinats gewonnenen festen Ueberzeugung eine Spaltung in derselben unvermeidlich hervorbringen muß. Ich flehe zum Allmächtigen, daß er den seit kurzem bei einem Thcile unserer Gemeinde rege gewordenen Religionseifer zur Aufrechthaltung des Wesentlichen unserer Religion lenken möge, damit solche von den leeren modernen Formen nicht verdrängt werde, und daß sie wie sonst genannt werde Stadt der Gerechtigkeit und Glaubenstreue. Mit vorzüglicher Hochachtung verharre ich Des Wohllöblichen Ober-Vorsteher-Kollegii Breslau, den I. März 1838. ergebener (gez.) S. A. Tiktin." — woraus hervorgeht, daß sich Tiktin selbst der Anstellung eines Redners, der geeignete religiöse Vorträge halte, von vorn herein widersetzte, er also auch nicht im Geringsten billigen Anforderungen zu weichen bedacht war. Der übrige Theil der Gegenschrift ist der Heruntersetzung Geiger's, der Darstellung des Widerspruchs des Konkurrenzausschreibcns (Allg. Zeit, des Judenth. 1838. No. 44.) und der Wahl Geiger's, der Klage über Wahlumtriebe bei der Erneuerung des Ober-Vorsteher-Kollegiums, und wie die Versuche, die Aufhebung der Suspension * des Oberrabbinen zu bewirken, bis jetzt fruchtlos blieben, gewidmet. Dies ist der Inhalt der Gegenschriften, und wird der faktische Ausgang zur Zeit bemeldet werden. Posen, 26. Juni. (Privatmitth. Verspätet.) Zu dem gestern stattgefundenen Festdiner, welches die Bürgerschaft Se. Majestät dem Könige gab, waren auch von Seiten des Magistrats und der Stadtverordneten freiwillig, ohne alles äußere Zuthun die Kaufleute Herren A. Mosino, L. Wollenberg, M. I. Mamroth, Sch. Jaffe und Buchhändler Th. Scherk, Mitglieder der jüdischen Korporation, eingeladen worden. Dasselbe fand auf dem Rathhause statt, und waren die Glieder des höhern Beamten-, Adels- und Bürgerstandes dazu geladen. Dieses Faktum zeugt gewiß für die loyale und humane Gesinnung des Oberbürgermeisters Herrn Geh. Reg. Rathes Neumann und der beiden Stadtbehörden. Wie es sich voraussetzen laßt, war das allseitige Benehmen gegen die genannten Herren ein wahrhaft bürgerlich-brüderliches. Jndeß beweist dies auch andrerseits, daß auch die hiesigen Juden nach der Ansicht kompetenter Richter jenen Grad von Würdigkeit erreicht haben, der die volle bürgerliche Befähigung nicht mehr in Zweifel stellt. E. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen lj Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Den geschäftlich sich dafür Jnteressirenden komme ich hierdurch mit der Anzeige entgegen, daß ich auch in diesem Jahre direkt aus Italien mehrere Sendungen Corsieaner-Paradiesäpfel in Kisten a 25 Stück, so wie grüner und trockener Palmen, sammtliches von bekannter schöner Qualität, erhalte. Die Preise werde ich wie zeither auf das allerbilligste stellen, und bitte demnächst, die gefälligen Aufträge so früh als möglich an mich ergehen zu lasten. Lissa, im Großherzogthum Posen, im Juli 1842. A. L. Moll.