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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-30 · Heft 31 (30.7.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 31 (30.7.1842)
Date
1842-07-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ti. Jahrgang. Allgemeine No. 31. Zeitung des Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. 2 tipzi'g. (Mit König!. Sächsischer allergnädigfter Concession.) Leipzig, den 30. Juli 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs- Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 18. Juli. Offenes Sendschreiben an den Herrn Dr. Hermes, Mit-Redakteur der Kölnischen Zeitung. Es wäre ein unausführbares Unternehmen, jeden judengehässigen Zeitungsartikel zu beantworten und zu widerlegen, welcher dermalen wieder in deutschen Zeitungen sich vorfindet. Wenn aber alle diejenigen mit Stillschweigen zu übergehen und sich selbst zu überlassen sind, die mit ungestümer Leidenschaftlichkeit ihren Ursprung sofort verrathen, weil sie sich in den Augen jedes Vernünftigen selbst das Todesurtheil geschrieben: so sind desto sorgsamer zu beachten diejenigen Aufsätze in weit verbreiteten Blättern, welche den ruhigen Charakter der Diskussion vor sich tragen, und mit scheinbarer Gründlichkeit das Verdammungsurtheil znsammenbaucn. Dies veranlaßt mich, einen Artikel der Kölnischen Zeitung in No. 187, vom 5. Juli, mit Ihrer Chiffre, Herr Doktor, unterfertigt, m diesem Sendschreiben zu beantworten, und Sie vor das! Forum der öffentlichen Gerechtigkeit zu laden. — Das! hat sich bei den Deutschen, in der Angelegenheit meiner » Glaubensgenossen bemerkbar gemacht, daß die Anteceden-! tieu eines Schriftstellers hier gar nicht in Betracht kommen. Denn die sonst freisinnigsten Schriftsteller haben in dieser Sache eine Inkonsequenz, eine besondere hartnäckige Abweichung vom gewohnten Wege so oft gezeigt, daß es sich schon Niemand zur Schmach rechnet, in der Judenfrage nach dem Zubehör seiner anderweitigen Meinungen gar nicht zu fragen, und frisch losznsprechen, wie die erhitzte Galle ihm in die Feder diktirt"). Mau hat da einen Gegenstand, an dem mau seinen anderwärts gesammelten Ingrimm ohne Gefahr auslaffen kann, ja sogar auf Vieler Beifall rechnen kann, mit denen man sonst so freundlich nicht zusammentrifft. So entbinde ich denn auch Sie, Herr H., der Folgerungen Ihrer frühem Schriftsiellerei, will Sie nicht an die Tendenzen Ihrer „Nationalzeitung" und Ihrer in Stocken geratheuen neuern Geschichte erinnern, sondern thun, als wäre von Ihnen nichts weiter vorhanden, als dieser Artikel. Ob ich Ihnen damit einen Gefallen erweise? Man könnte es glauben; denn immer noch galt für einen denkenden Mann eine Inkonsequenz, ein Herausfallen aus, mit Leidenschaft verfochtener Gesinnung für größere Schande, als ein Jrrthum — weil jene zugleich den Charakter in's Bloße stellt, und seine ganze Sprechweise verdächtigt. Allein — Sie fürchten gewiß auch die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen — und betrachten wir diesen Artikel ganz für sich, und wollen uns Ihre Ansicht und *) So widersetzte sich Rotteck der Emanzipation der Inden — unrer dem Vorwände, daß erst die Presse emanzipirt werden müsse; so suchte Gutzkow sich hinter eine „germanische Antipathie" zu verstecken, und was der Bemäntelung bei deutschen, sogenannten Liberalen mehr ist.

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