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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-02 · Heft 27 (2.7.1842) · p. Seite 399

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 27 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Seite 399 (sequence 11)
Language
German
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399 gionslehrer statt, wobei sich 2t Aspiranten einfanden und die, im Ganzen genommen, sehr gut ausgefallen sein soll. — Die hiesige Universität besuchen gegenwärtig, wie unter den Christen, auch unter den Juden größtentheils Studierende der Medizin, da diesen der Besuch des hiesigen, berühmten Juliusspitals viele Vortheile an die Hand giebt. — Dr. Reißmann, Professor der Theologie liest in diesem Semester Exegese über Ezechiel (nach der Vulgata).— Am Gymnasium dahier wurde erst kürzlich ein junger, sehr talentvoller, jüdischer Philolog als Lehrer der englischen Sprache angestellt. — Da das vorhin erwähnte Spital bis jetzt für Juden insofern unzugänglich war, als sie darin keine, nach jüdischen Gesetzen zubereitete Kost erhielten, so wird diesem Ucbelstande in Bälde dadurch ganz abgeholfen werden, daß die hiesige israelitische Gemeinde, nach dem Vorbilde Münchens, mit der Direktion des Spitals vertragsmäßig sich absinden wird, so daß letztere für jüdische Kranke eigene Zimmer und Küche aus der allgemeinen Kasse des Spitals zu bestreiten hat, und es kann die israelitische Gemeinde ihren Wohlthätigkcitssinn gewiß durch nichts besser bewähren, als durch die baldmöglichste Realisirung dieses, ihres lobenswerthen Vorhabens. E. W. Bernburg, 12. Juni. (Privatmitth.) Mit Vergnügen berichten wir, daß es den Bemühungen unsers Herrn Landesrabbiners Dr. Herxheimer, unterstützt von den Petitionen sämmtlicher Vorsteher der anhalt-bernburgisch israelitischen Gemeinden, gelungen ist, die Hochl. Herzvgl. Negierung zu einer Revision des bisher bestandenen observanzmäßigen Verfahrens bei Eidesleistungen der Juden zu veranlassen. Aus den Höchsten Ortes genehmigten Resultaten jener Revision heben wir namentlich folgende sehr zeitgemäßen Modifikationen hervor: 1) An die Stelle der bisher üblichen, das religiöse und moralische Gefühl des schwörenden Israeliten verletzenden mittelalterlichen Eidesformel ist nachstehende einfache getreten: „Vor Gott, dem Allwissenden und Allgercchten, dessen Fluch über den Meineidigen kommt, und nach der Meinung und dem Sinne des Richters schwöre ich — inscratur der Name ' des Schwörenden — von ganzem Herzen, ohne Arglist und Vorbehalt, daß u. s. w.— So wahr mir Gott, Adonai Elohim, helfe, Amen!" Bei Zeugen-Eiden findet eine in gleichem Geiste angemessen modisizirte Eidesformel statt. 2) Bei den feierlichen jüdischen Eidesleistungen sind statt der bisherigen zehn Schwurzeugen nicht mehr als zwei jüdische Zeugen zuzuzichen. Im Nothfalle kann der mit anwesende Rabbiner die Stelle des zweiten Zeugen vertreten. Darmstadt, 31. Mai. (Privatmitth.) Den 24. d. M. wurde von dem hiesigen israelitischen Bürger, Herrn Herz Hänlein Hachenburg, ein Konzert unter dem Namen Abendunterhaltung, zum Besten der Abgebrannten Hamburgs mit vielem Beifalle ausgesührt. Nicht weniger veranstaltet derselbe ein solches für die kürzlich abgebrannten Niedereisenhäuser (im Großherzogthum Hessen). Auch die Bemühung des hiesigen Gr. Hess. Landrabbinen, Herrn Dr. Auerbach, welcher eines der ersten Mitglieder des Konnte für Hamburg war, verdient Lob, indem derselbe mit thätigem Eifer seine Untergebenen in Predigt, brieflich und mündlich zur Thcilnahme auffordernd, die Spendensammlung betrieb. Verdient aber der philanthropische Sinn, die Vaterlandsliebe und somit das faktische Aufhören einer politischen und mit Egoismus verbundenen Nationalität der Israeliten einer öffentlichen Erwähnung, so verdient es der überall sich bekundende Sinn für einen bessern Zustand des öffentlichen Kultus nicht minder, wozu uns Herr Herz das schönste Muster darbietet. Derselbe hat vor 2b Jahren die Gesänge der Israeliten beim öffentlichen Gottesdienst in Musik gesetzt, einen mehrstimmigen Chor arrangirt und diesem Chor mit vieler Aufopferung und Bekämpfung mancherlei Schwierigkeiten bis jetzt vorgestanden. Seine Choralgesänge zeichnen sich sowol durch Anschließen an das jüdische Rituel als auch durch Einfachheit und daher sehr leichte Ausführbarkeit aus, so daß sie fast in allen Gemeinden ohne große musikalische Hülfsmittel eingeführt, und von der ganzen Gemeinde gesungen werden können. Viele Gemeinden im In- und Auslande (u. a. Kopenhagen) ha-! den sich Pieren davon kommen lassen.

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