Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1842)
- Date
- 1842-05-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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vi. Jahrgang. Allgemeine No. 21. Zeitung des Zudcnthums. Ein nnpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Scipj ig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 21. Mai 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Erpedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 8. Mai. Allerdings ist es billig, nach so vielen Negationen auch einmal mit etwas Positivem zu kommen. Die Frage: was sollte denn eigentlich geschehen? liegt so nahe, daß es Zeit ist, auf deren Beantwortung zu denken. Nun stutzt sich diese Frage unsrerseits auch auf ein Stückchen Wirklichkeit, was bemerkt werden muß, um nicht beschuldigt zu werden, geradezu in die Luft zu bauen. Mehre Gemeinden haben sich an Schreiber Dieses gewandt, was, bei etwaigen Anfragen höherer Seits wol zu antworten und zu beantragen sei? Wir haben daher vor, eine Reihe von Entwürfen zu geben, die unmaßgablich, doch etwas Reelles zur weitern Diskussion beranschaffen sollen. Ueberflüffig ist wol die Bemerkung, daß wir nicht glauben, hiermit unumstößliche Ideen zu geben, sondern daß es nur eben einen Anfang zu machen gilt. Jede triftige Bemerkung soll uns willkommen sein. Es ist also die Frage: was ist in synagogischer und gemeindlicher Beziehung für die preußischen Israeliten zu thun? — Denn das Politische liegt Jeglichem so nahe, daß er selbst sagen kann, worin unsere Wünsche bestehen. Fangen wir von oben an. Es muß eine jüdischreligiöse Behörde geschaffen werden, von der die weitere Negulirnng ausgehe. Dies ist das Aller« othwendigste, weil jede andere Anordnung keinen Einstuß üben, keinen dauernden Halt erlangen kann. Diese jüdisch-religiöse Behörde muß aus dem Schoofie der Jndenschaft selbst hervorgehen, weil nur eine solche deren Bedürfnisse kennt, und alles Andere nur einen Eingriff in die Rechte des Iudenthums in seiner Selbstbestimmung verursachen! wurde. Da der geben wir zuerst: I. Entwurf über die Bildung eines jüdischen Konsistoriums in Preußen. §. 1. Die Nothwendigkeit eines solchen.! Das Judenthnm ist eine Glaubensgenoffenschaft, deren; Grundlagen die Schriften des Alten Testaments und die j Tradition sind. Es bestehet in der Synagoge und der j Gemeinde, und seine Form ist die aus dem A. T. und der Tradition historisch bervorgegangene des Gottesdienstes i und des Kultus überhaupt. Innerhalb dieser sucht es . die höchsten Zwecke jeder Religion zu erreichen: die re-! ligiöse und moralische Erziehung und Bildung seiner Be j kenner unter dem besonder» Gesichtspunkte seiner Lehr- , und Glaubenssätze.; Insofern nun einerseits das Judenthnm seinen Be-; stand in der Gemeinde findet, also eine Administration! statt finden muß, andrerseits die historisch hervorgegan-; gene Form des Gottesdienstes sowol der Erhaltung als; auch der Adaption an das durch die anderweitigen Be-! wegungen des Menschengeistes bewirkte Bedürfnis; der j Zeitlichkeit bedarf, folglich überwacht und geleitet werden : muß, endlich die religiöse Erziehung und Bildung Träger